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Wer live schauen will, zahlt!

Die Fernsehrechte der Fußballbundesliga werden neu vergeben und es werden Rekordpreise erwartet – eigentlich ist das gut für die Vereine der Ersten und Zweiten Liga. Im internationalen Vergleich auch zu anderen Sportarten ist der Preis für die Bundesliga-Fernsehrechte allerdings noch eher moderat.

Kernaussagen in Kürze:
  • Zum ersten Mal müssen die Live-TV-Rechte aus kartellrechtlichen Gründen an mehrere Bieter vergeben werden.
  • Für die Saison 2015/2016 kassierten die Vereine der Ersten und Zweiten Fußballbundesliga gut 870 Millionen Euro, ab 2017 dürften es mehr als 1 Milliarden Euro sein.
  • In anderen Sportarten werden teilweise noch deutlich höhere Beträge gezahlt.
Zur detaillierten Fassung

Welcher Fernsehsender darf die Spiele der Fußballbundesligen ab der Saison 2017/2018 live zeigen? Die Deutsche Fußball Liga hat die TV-Rechte für die Spielzeiten 2017/2018 bis 2020/2021 ausgeschrieben, eine Entscheidung soll noch vor Beginn der Fußballeuropameisterschaft im Juni fallen.

Für die Ausrichter zahlreicher Sportarten sind die Rechte für die TV- und Medienübertragungen die wichtigste Einnahmequelle – und damit sind die Vergabeverfahren und ihre Ergebnisse besonders bedeutsam für die Vereine und ihre finanzielle Wettbewerbsfähigkeit.

Zum ersten Mal können die Live-TV-Rechte nun allerdings nicht wie bisher an einen, sondern müssen aus kartellrechtlichen Gründen an mehrere Bieter vergeben werden.

Egal wie vielen Bietern die Rechte zugesprochen werden, der Preis dürfte eine neue Rekordhöhe erreichen – spekuliert wird über 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro pro Saison. Für die laufende Saison kassieren die Vereine der Ersten und Zweiten Fußballbundesliga einen Betrag in Höhe von gut 870 Millionen Euro.

In anderen Sportarten werden oft noch deutlich höhere Summen für die Übertragungsrechte gezahlt.

Doch dies ist nichts im Vergleich zu anderen Ligen – ein Beispiel:

In England liegen die Einnahmen der Vereine aus dem Verkauf der Medienrechte bei 2,3 Milliarden Euro pro Spielzeit – und das allein für die Vermarktung in Großbritannien.

Dies ergibt pro Spiel in der Premier League durchschnittlich einen Betrag von 6,1 Millionen Euro, während es in der Fußballbundesliga aktuell 1,4 Millionen Euro pro Spiel sind (Grafik).

In anderen Sportarten werden teilweise noch deutlich höhere Beträge gezahlt. In der nordamerikanischen Football-Liga (NFL) ist nicht nur das Finale, der Superbowl, durch den Verkauf von Werbeblöcken eine Gelddruckveranstaltung. Auch jedes normale Spiel der Liga bringt durchschnittlich 20 Millionen Euro ein.

Weniger beliebt als der amerikanische Football oder der deutsche Fußball sind dagegen die Spiele der deutschen Eishockeyprofis. Hier liegt die Zahlungsbereitschaft für die TV-Übertragungsrechte der Spiele der Deutschen Eishockey Liga gerade einmal bei 2.000 Euro pro Spiel.

Weil europäische und internationale Sportereignisse wie die Olympischen Spiele oder die Welt- und Europameisterschaften im Fußball in sehr vielen Ländern ausgestrahlt werden, erzielen sie noch wesentlich höhere Beträge: Ganz vorne lag hier die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien – mit knapp 38 Millionen Euro pro Spiel.

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