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Wer den Pfennig nicht ehrt

Pfennige in Glücksbrunnen, im Sparschwein vergessenes Kleingeld oder zu Gedenkmünzen umgestanzte D-Mark-Stücke – all das dürfte dazu beigetragen haben, dass Ende 2012 noch rund 23,5 Milliarden D-Mark-Münzen im Wert von 2,4 Milliarden Euro nicht zurückgegeben waren.

Kernaussagen in Kürze:
  • Gut 58 Prozent der 1-Pfennig-Stücke und 51 Prozent der 5-Pfennig-Münzen, die bei der Einführung des Euro in Umlauf waren, wurden bis heute nicht mehr gesehen.
  • Im Jahr 2012 tauschten die Deutschen lediglich 21,5 Millionen DM in Euro um – nicht einmal 0,5 Prozent des noch umlaufenden D-Mark-­Bestands.
  • Fast 40 Prozent der Deutschen finden, dass Kleinmünzen abgeschafft werden können.
Zur detaillierten Fassung

Gut 58 Prozent der 1-Pfennig-Stücke und 51 Prozent der 5-Pfennig-Münzen, die bei der Einführung des Euro in Umlauf waren, wurden bis heute nicht mehr gesehen. Bei den 5-Mark-Münzen trifft das auf immerhin 34 Prozent zu (Grafik).

Bei den Pfennigen ist zu vermuten, dass sie nicht in andere Regionen der Erde gewandert sind und auch nicht – zumindest nicht in dieser Menge – mehr als Erinnerungsstücke an die D-Mark-Zeiten behalten wurden, sondern tatsächlich verloren sind.

Ob die Bundesbank jemals auch nur einen Teil der fehlenden D-Mark-­Münzen wiederbekommt, ist deshalb zu bezweifeln.

Im Jahr 2012 tauschten die Deutschen lediglich 21,5 Millionen DM in Euro um – nicht einmal 0,5 Prozent des noch umlaufenden D-Mark-­Bestands.

Eine Geldanlage sind die kleinen Kupferstücke jedenfalls nicht, denn durch die Inflation verlieren sie Jahr für Jahr an Wert. Möglicherweise spekulieren aber einige D-Mark-Besitzer auf den Metallwert, denn bei steigenden Rohstoffpreisen könnte so der eine oder andere Kupferpfennig doch noch zu richtigem Geld gemacht werden – damit sich das lohnt, muss allerdings schon einiges gehortet sein.

Den neuen Cent-Stücken scheint sogar schon zu Lebzeiten ein ähnliches Schicksal beschieden wie den Pfennigen. Eine Umfrage der Bundesbank zum Zahlungsverhalten ergab, dass gut ein Viertel der Bevölkerung Kleinmünzen nur ungern zum Bezahlen verwendet und sie daher aus dem Geldbeutel entsorgt.

Fast 40 Prozent der Deutschen finden, dass Kleinmünzen abgeschafft werden können.

Zu einem vergleichbaren Ergebnis kam unlängst eine Umfrage der Europäischen Kommission. Demnach sind bei rund der Hälfte der Deutschen die 2- und 5-Cent-Münzen unbeliebt. Selbst beim Bäcker wird das Brötchen für 28 Cent lieber mit großen Münzen als passgenau bezahlt. Mit 1- oder 2-Euro-Münzen dagegen haben die wenigsten Bundesbürger Probleme.

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