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Wenn Dracula abstürzt

In Deutschland kommen mehr und mehr Bücher per Post ins Haus. Auch der Download von E-Books nimmt stetig zu. Die meisten Bücher werden jedoch immer noch in den klassischen Buchhandlungen gekauft.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2010 betrug der Umsatz mit E-Books nur 21 Millionen Euro - bei einem Gesamtumsatz mit Büchern von fast 10 Milliarden Euro.
  • 540.000 E-Book-Käufer haben im Jahr 2010 gerade einmal zwei Millionen Bücher auf ihr Lesegerät heruntergeladen.
  • Immerhin wollen fast 50 Prozent der Buchhändler künftig E-Books und/oder E-Reader ins Sortiment aufnehmen.
Zur detaillierten Fassung

Mitten in der Lektüre von „Dracula“ macht der E-Reader schlapp. Ein Alptraum für jeden Bücherfreak. Die Hotline verspricht zwar, dass schon am nächsten Tag ein Ersatzgerät kommt. Doch zunächst einmal ist der Spurt zum Bahnhofskiosk angesagt, um den entsprechenden Lesestoff auf Papier zu besorgen.

Diese gar nicht so seltene Episode passt zur Skepsis der Deutschen gegenüber dem E-Book (Grafik). Nicht zuletzt deshalb lieben die Leser nach wie vor gedruckte Bücher, die sie zu Hause ins Regal stellen können. Allerdings erkennen manche Bücherfreunde durchaus auch die Vorteile der virtuellen Schmöker – zum Beispiel, dass damit alle Platzprobleme gelöst sind. Doch diese Sichtweise scheint nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) noch die Ausnahme zu sein:

Im Jahr 2010 betrug der Umsatz mit E-Books nur 21 Millionen Euro – bei einem Gesamtumsatz mit Büchern von fast 10 Milliarden Euro.

Auch die Zahl der E-Reader ist überschaubar: 540.000 E-Book-Käufer haben im Jahr 2010 gerade einmal zwei Millionen Bücher auf ihr Lesegerät heruntergeladen.

Am häufigsten werden wissenschaftliche Werke auf das Lesegerät gezogen, deshalb ist hier auch das Angebot besonders groß. So haben 30 Prozent der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels befragten Verlage, die virtuelle Lektüre anbieten, entsprechende E-Books im Programm. An zweiter Stelle folgen Fachbücher mit 28 Prozent; die Belletristik steht mit einem Anteil von 11 Prozent auf Platz drei.

Für den Straßenbuchhandel sind die E-Books noch keine große Konkurrenz – die kommt eher vom Online-Buchhandel. Einer GfK-Studie zufolge hat der stationäre Buchhandel im Jahr 2010 erstmals Marktanteile an Amazon und Co. verloren. So lag der geschätzte Internet-Umsatz im Online-Buchhandel bei nahezu 1,4 Milliarden Euro, das waren 14 Prozent mehr als im Jahr davor. Der stationäre Buchhandel kam auf 4,9 Milliarden Euro Umsatz und musste damit ein Minus von knapp 3 Prozent hinnehmen.

Immerhin wollen fast 50 Prozent der Buchhändler künftig E-Books und/oder E-Reader ins Sortiment aufnehmen.

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