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Mexiko - Weltmeister im Freihandel

Kein anderes Land hat so viele Freihandelsabkommen geschlossen wie Mexiko. Auch mit der EU existiert seit 15 Jahren ein sogenanntes Globalabkommen, das nun modernisiert werden soll. Für die deutsche Wirtschaft sind das gute Nachrichten, denn die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas ist ein wichtiger Handelspartner.

Kernaussagen in Kürze:
  • Zwischen Mexiko und der EU existiert seit 15 Jahren ein Freihandelsabkommen.
  • Seit 2001 hat sich der Warenhandel zwischen Mexiko und der EU fast verdreifacht.
  • Die EU ist für Mexiko nach den USA und China drittwichtigster Wirtschaftspartner.
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Auch wenn sich die TTIP-Verhandlungen in die Länge ziehen – die Europäische Kommission treibt ihre im vergangenen Jahr avisierte Strategie „Handel für alle“ voran. Dafür müssen gar nicht mal zwingend neue Freihandelsabkommen geschlossen werden, auch bestehende Verträge können reformiert werden, um den aktuellen Entwicklungen in der Handelspolitik gerecht zu werden.

Mexiko drängt auf Exporterleichterungen für Agrarprodukte

Genau das passiert nun mit dem Globalabkommen zwischen Mexiko und Europa. Das neue Freihandelsabkommen soll vor allem den Marktzugang für Waren, Dienstleistungen und Investitionen verbessern – Mexiko drängt zum Beispiel auf Exporterleichterungen für Agrarprodukte wie Bananen und Avocados oder für Thunfisch. Auf der Agenda stehen aber auch ein besserer Schutz der geistigen Eigentumsrechte, die Beseitigung unnötiger Handelshemmnisse, die Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit und die nachhaltige Entwicklung.

Der Warenhandel zwischen der EU und Mexiko hat sich seit 2001 - so lange ist das Freihandelsabkommen zwischen den beiden Partnern in Kraft - fast verdreifacht.

Die EU ist für Mexiko nach den USA und China drittwichtigster Wirtschaftspartner, in puncto Ausfuhren ist die EU sogar der zweitgrößte Markt für Mexiko. Da sich der Warenhandel seit 2001 - so lange ist das Globalabkommen in Kraft - fast verdreifacht hat, rangieren die Lateinamerikaner mittlerweile auf Platz 15 der wichtigsten EU-Handelspartner. Besonders intensiv sind die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Mexiko:

Innerhalb der EU ist die Bundesrepublik der größte Abnehmer mexikanischer Produkte – und auch umgekehrt der mit Abstand wichtigste europäische Güterlieferant.

Rund ein Drittel der EU-Exporte nach Mexiko stammen aus Deutschland (Grafik). Damit ist das Land für die Bundesrepublik ein größerer Markt als Kanada, Brasilien oder Indien. Im Jahr 2015 wurden zwischen Deutschland und Mexiko Waren im Wert von 15,6 Milliarden Euro getauscht. Besonders gefragt sind Erzeugnisse des deutschen Maschinenbaus sowie der Automobilindustrie – allein diese beiden Warengruppen machen fast die Hälfte der deutschen Exporte nach Mexiko aus.

Deutsche Automobilkonzerne planen Produktionsstätten in Mexiko

Die zweitgrößte lateinamerikanische Volkswirtschaft ist aber auch ein wichtiger strategischer Standort für die deutschen Automobilkonzerne. VW fertigt bereits seit Jahrzehnten in Mexiko, drei weitere deutsche Hersteller planen dort Produktionsstätten. Attraktiv sind für die Autobauer neben der guten Infrastruktur und dem ausgedehnten Zulieferer-Netzwerk vor allem die hervorragend ausgebildeten Fachkräfte.

Für ausländische Unternehmen mit Fertigungsstätten vor Ort ist es besonders reizvoll, dass Mexiko eine konsequente Freihandelspolitik verfolgt: Das Land ist an elf Freihandelsabkommen mit insgesamt 46 Staaten beteiligt. Hinzu kommt die Trans-Pacific-Partnership (TTP), nach deren Inkrafttreten Unternehmen von Mexiko aus ihre Waren zollfrei oder zollgünstig in mehr Staaten exportieren können als von jedem anderen Standort auf der Welt.

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