IW-Weiterbildungserhebung Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Weiterbildung 4.0

Die Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2016 insgesamt 33,5 Milliarden Euro in betriebliche Weiterbildung investiert. Immer wichtiger wird es dabei für die Firmen, die Mitarbeiter in puncto Digitalisierung fit zu machen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der neunten IW-Weiterbildungserhebung zufolge bilden 85 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihre Mitarbeiter weiter.
  • Besonders aktiv in Sachen Weiterbildung sind digitalisierte Unternehmen – und ihre Mitarbeiter überdurchschnittlich weiterbildungsbereit.
  • Zwar geht es in den Weiterbildungen längst nicht nur um Digital-Know-how – die Lernmethoden jedoch passen sich den neuen technischen Möglichkeiten an.
Zur detaillierten Fassung

Internet der Dinge, Virtual Reality, Big Data – die Arbeitswelt wird digitaler. Allein in der deutschen Industrie nutzen inzwischen 20 Prozent der befragten Unternehmen das Internet, um Maschinen und Anlagen zu steuern. Rund 10 Prozent setzen bereits Fertigungsverfahren wie 3-D-Druck ein und 7 Prozent Technologien wie Virtual Reality. Wer mit dieser zunehmenden Vernetzung von virtueller und physischer Welt umgehen will, braucht entsprechendes Know-how.

Die Firmen tragen diesem steigenden Wissensbedarf Rechnung, wie die neunte IW-Weiterbildungserhebung zeigt. Ihr zufolge bilden derzeit knapp 85 Prozent aller Unternehmen ihre Mitarbeiter weiter (Grafik). Die digitalen Vorreiter engagieren sich besonders stark:

Von den digitalisierten Unternehmen sind 87 Prozent in Sachen Weiterbildung aktiv.

Weiterbildungsengagement von Unternehmen und Mitarbeitern in Deutschland im Jahr 2016

Als digitalisiert gelten Betriebe, die mindestens zwei digitale Technologien nutzen. Dazu gehören unter anderem digitale Vertriebswege, Cloud-Services und digitale Maschinensteuerung.

Digitalisierte Unternehmen sind besonders aktiv in Sachen Weiterbildung – und ihre Mitarbeiter überdurchschnittlich weiterbildungsfreudig.

Auch die Mitarbeiter dieser Firmen sind der IW-Umfrage zufolge überdurchschnittlich wissbegierig. Im Jahr 2016 haben sie sich im Schnitt 18,1 Stunden lang weitergebildet – verglichen mit 17,3 Stunden, die die Beschäftigten in der Gesamtwirtschaft dafür aufgewendet haben.

Dabei beschränken sich die Inhalte der Weiterbildungen in digitalisierten Betrieben aber keineswegs auf Internet und Co. So geben 37 Prozent dieser Unternehmen an, berufliches Fachwissen größeren Beschäftigtengruppen zu vermitteln, 57 Prozent schulen ausgewählte Mitarbeiter entsprechend.

An zweiter Stelle der Themen steht die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit – 21 Prozent der digitalisierten Unternehmen fördern hierin größere Mitarbeitergruppen, 34 Prozent bilden einzelne Beschäftigte weiter.

Qualifizierungsinhalt Nummer drei sind IT-Anwenderkenntnisse. Sie werden in 16 Prozent der internetaffinen Firmen im Rahmen größerer Seminare vermittelt, 44 Prozent schulen ihr Personal individuell.

Weiterbildung wird digitaler

Neben den Anforderungen an die Mitarbeiter verändern sich auch die Lernmöglichkeiten. Zu klassischen Seminaren und Vorträgen kommen immer mehr digitale Lernangebote dazu. Einige Beispiele:

Von den befragten Unternehmen stellen 80 Prozent ihren Beschäftigten Dokumente wie beispielsweise Bedienungsanleitungen in elektronischer Form zur Verfügung.

Gut die Hälfte der Betriebe bietet Lernvideos, Podcasts und internetbasierte Weiterbildungen an, 20 Prozent nutzen digitale Arbeitsmittel wie 3-D-Druck als Lernmedium.

All diese digitalen Qualifizierungsformen haben den Vorteil, dass sie sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Für 70 Prozent der befragten Unternehmen ist diese Flexibilität ein entscheidendes Argument bei der Gestaltung ihres Weiterbildungskatalogs.

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