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Weiter gestiegen

Die Unternehmen im westdeutschen Produzierenden Gewerbe mussten im Jahr 2014 je Vollzeitbeschäftigten im Schnitt Arbeits­kosten von gut 62.900 Euro schultern, 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Ostdeutschland betrug der Anstieg sogar 4,1 Prozent.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Arbeitskosten je Vollzeitbeschäftigten in der Industrie sind 2014 in Westdeutschland um 2,4 Prozent, im Osten sogar um 4,1 Prozent gestiegen.
  • Im Westen haben vor allem die Lohnerhöhungen zum Arbeitskostenzuwachs beigetragen.
  • Dass die Arbeitskosten im Osten noch immer deutlich niedriger sind als im Westen, ist neben dem geringeren Lohnniveau auch auf geringere Sonderzahlungen und die weniger stark ausgebaute betriebliche Altersversorgung zurückzuführen.
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Das nur moderate Wirtschaftswachstum und eine kaum gesteigerte Produktivität erlaubten den Firmen im vergangenen Jahr eigentlich keine großen Kostensprünge. Die Realität sieht jedoch anders aus:

  1. Westdeutschland. In der westdeutschen Industrie haben vor allem die Lohnerhöhungen zum Arbeitskos­tenzuwachs beigetragen:

Im Durchschnitt legten die Jahresverdienste im Produzierenden Gewerbe 2014 brutto um 2,5 Prozent zu.

Weniger stark gestiegen sind das Weihnachtsgeld und andere fest vereinbarte Sonderzahlungen. Entlastet wurden die Unternehmen durch niedrigere Beiträge an den Pensionssicherungsverein, sodass die betriebliche Altersversorgung nur noch mit 4,20 Euro je 100 Euro Bruttolohn zu Buche schlug (Grafik). Insgesamt aber hat sich die Struktur der Arbeitskosten kaum verändert.

  1. Ostdeutschland. Trotz des überdurchschnittlichen Zuwachses im Jahr 2014 liegen die Arbeitskosten der ostdeutschen Industriebetriebe mit 41.900 Euro nach wie vor um ein Drittel unter dem Westniveau. Damit bleibt Ostdeutschland ein wichtiger Standortvorteil erhalten.

Erklären lässt sich das Kostengefälle durch das noch immer niedrigere Lohnniveau im Osten, aber auch durch geringere Sonderzahlungen und die weniger stark ausgebaute betriebliche Altersversorgung. Wie im Westen ist allerdings die Zusammensetzung der Arbeitskos­ten 2014 nahezu gleich geblieben.

Im Jahr 2015 treiben die Löhne die Arbeitskosten in Deutschland wohl erneut nach oben – im ersten Quartal sind die tatsächlichen Stundenverdienste durchschnittlich um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Da die Produktivität weiterhin sehr langsam wächst, legen damit auch die Lohnkosten je Erzeugnis weiter zu.

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