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Wachstum kann helfen

Seit rund 25 Jahren wird in Deutschland über Nachhaltigkeit diskutiert. Den Worten sind oft auch Taten gefolgt. Denn vieles, was anderswo noch auf der Agenda steht, ist hierzulande bereits Realität – beispielsweise der sparsame Umgang mit Energie.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit rund 25 Jahren wird in Deutschland über Nachhaltigkeit diskutiert.
  • Die Menschen müssten bescheidener werden, denn wirtschaftliches Wachstum stützesich auf natürliche Ressourcen und die seien nicht unendlich verfügbar.
  • Letztlich schließen sich begrenzte Ressourcen und Wirtschaftswachstum dank des technischen Fortschritts aber nicht aus.
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Baumsterben, Atomkraft, giftige Autoabgase, dicke Luft in den Städten – über diese Themen wurde ab Ende der 1970er Jahre heftig gestritten. Damals entwickelte sich auch die Ökobewegung, die vor allem ein Ziel hatte – den Schutz der Umwelt.

Auch die politische Landschaft änderte sich: Die Grünen zogen zunächst in Landesparlamente und 1983 erstmals in den Bundestag ein. Damit konnten sich auch die anderen Parteien dem Thema nicht mehr verschließen. Im Laufe der Jahre haben sich die Politiker dann auf immer mehr grundsätzliche Positionen geeinigt – die ökologische Wende nahm Gestalt an.

Rückblickend kann man sagen, dass die drängenden Umweltprobleme der 1970er und 1980er Jahre weitgehend gelöst sind:

  • Die Luft ist sauberer geworden. Das gewagte Versprechen Willy Brandts im Jahr 1961, der Himmel über der Ruhr müsse wieder blau werden, ist eingelöst. Staub und Schwefeldioxid verdunkeln den Himmel schon lange nicht mehr.
  • Das Waldsterben ist nahezu Geschichte. Die Abgase großer Industrieanlagen enthalten so gut wie kein Schwefeldioxid mehr – der saure Regen wird praktisch vermieden.
  • Kraftfahrzeuge blasen kein Blei mehr in die Luft, Katalysatoren filtern zum Beispiel das hochgiftige Kohlenmonoxid aus den Abgasen.
  • Die Flüsse sind sauberer geworden. In den großen Strömen finden sich wieder zahlreiche Fischsorten.
  • Der Energieverbrauch wurde vom Wirtschaftswachstum entkoppelt. So benötigt man hierzulande heute, um eine Einheit Bruttoinlandsprodukt herzustellen, nur halb so viel Energie wie vor 30 Jahren (Grafik). Nur wenige Industrieländer verzeichnen bessere Werte (Grafik).

Die gesamte OECD produziert im Schnitt erst in etwa so energieintensiv wie Deutschland im Jahr 1999.

Weltweit entspricht der Stand der Energieeffizienz ungefähr dem deutschen Niveau von 1991.

Heutzutage geht es beim Streben nach Nachhaltigkeit aber um mehr als die Umweltpolitik (Kasten). Die großen Fragen lauten: Wie sichern wir die Mobilität von morgen ohne Öl? Wie stillen wir den globalen Hunger nach Energie und Rohstoffen? Wie passen wir uns an den Klimawandel an?

Wachstumskritiker haben auf alle diese Fragen eine vermeintlich einfache Antwort: Die Menschen müssten bescheidener werden, denn wirtschaftliches Wachstum stütze sich auf natürliche Ressourcen und die seien nicht unendlich verfügbar.

Letztlich schließen sich begrenzte Ressourcen und Wirtschaftswachstum dank des technischen Fortschritts aber nicht aus. Werden dabei die Mechanismen des Marktes genutzt, besitzen Firmen einen Anreiz, nach effizienten Lösungen zu suchen (Kasten Nachgefragt).

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.):Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit - Erfolge und Herausforderungen 25 Jahre nach dem Brundtland-BerichtIW-Analysen Nr. 82, Köln, 2012, 126 Seiten, 21,90 EuroVersandkostenfreie Bestellung unter www.iwmedien.de/bookshop

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