G20-Gipfel Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Wachstum ist nicht alles

Wenn sich die führenden Industrie- und Schwellenländer kommende Woche in Mexiko treffen, geht es nicht nur um die wirtschaftliche Stabilisierung oder die internationale Finanzarchitektur. Die G20-Teilnehmer wollen sich auch mit Themen wie der Ernährungssicherheit und dem Klimawandel beschäftigen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Wenn sich die führenden Industrie- und Schwellenländer in Mexiko treffen, geht es nicht nur um die wirtschaftliche Stabilisierung oder die internationale Finanzarchitektur.
  • Vor allem in Indien und in Indonesien ist der Anteil der unterernährten Kinder erschreckend groß.
  • Australien steckte zuletzt 4,5 Prozent seiner Staatsausgaben in die Entwicklung grüner Technologien, 1995 waren es erst 1,2 Prozent.
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Sie stehen für einen ziemlich großen Teil der Welt: die G20, die 20 größten Industrie- und Schwellenländer. Sie repräsentieren rund 88 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und mehr als 66 Prozent der Weltbevölkerung.

Kraft ihrer Größe sind sie aber auch für so manche Schattenseiten verantwortlich – auf das Konto der G20-Staaten gehen zum Beispiel 80 Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes. Trotz ihrer wirtschaftlichen Macht vermögen es zudem acht der G20-Länder nicht, ihre Bevölkerung satt zu bekommen (Tabelle):

Vor allem in Indien und in Indonesien ist der Anteil der unterernährten Kinder erschreckend groß.

Auch deshalb stehen beim nächs­ten G20-Gipfel, der am 18. und 19. Juni in Mexiko stattfindet, nicht nur die obligatorischen Themen Wachstum und Beschäftigung auf der Agenda. Die führenden Wirtschaftsmächte wollen sich auch mit der Verbesserung der Ernährungssicherheit beschäftigen und ihr Augenmerk deshalb auf die schwankenden Rohstoffpreise lenken. Wünschenswert wäre es zudem, wenn die Europäische Union ihre Agrarpolitik unter die Lupe nähme. Schließlich ist sie, weil sie den Export von Agrarprodukten subventioniert, für den Hunger in Afrika mitverantwortlich.

Auch der Kampf gegen den Klimawandel wird ein wichtiges Thema der G20-Teilnehmer sein. Erst kürzlich forderte Mexikos Präsident Felipe Calderón Hinojosa, die Staaten dürften sich nicht darauf beschränken, die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise überwinden zu wollen. Sie müssten vielmehr auch im Blick behalten, wie sie dem Klimawandel Paroli bieten können. Dem mexikanischen Politiker zufolge ist es gerade das „grüne Wachstum“, mit dem die wirtschaftliche Stabilität wiederhergestellt und der Klimawandel erfolgreich bekämpft werden kann.

Allerdings sind auch hier die Anstrengungen der G20 höchst unterschiedlich ausgeprägt (Grafik). Viele Staaten haben in den vergangenen Jahren ihre Ausgaben für die Umweltforschung reduziert, nur wenige haben ihr Budget kräftig aufgestockt – zum Beispiel „Down Under“:

Australien steckte zuletzt 4,5 Prozent seiner Staatsausgaben in die Entwicklung grüner Technologien, 1995 waren es erst 1,2 Prozent.

Deutschland dagegen hat seine Ressourcen für die Umweltforschung heruntergefahren. Zwar war der Anteil der entsprechenden Inves­titionen an allen Staatsausgaben mit 2,7 Prozent im Jahr 2011 international gesehen nach wie vor recht hoch – 1995 standen für die Umweltforschung jedoch noch 3,6 Prozent des Etats zur Verfügung.

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