IW-Konjunkturprognose Lesezeit 3 Min. Lesezeit 1 Min.

Wachstum bleibt verhalten

Ohne große Impulse aus der Weltwirtschaft fehlt den deutschen Exporten die Dynamik, sodass das reale Bruttoinlandsprodukt auch 2013 mit gut ½ Prozent nur schwach wächst. Im kommenden Jahr ist immerhin ein Plus von knapp 1½ Prozent drin – unter anderem, weil die Unternehmen wieder mehr investieren und der Arbeitsmarkt robust bleibt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ohne große Impulse aus der Weltwirtschaft fehlt den deutschen Exporten die Dynamik, sodass das reale Bruttoinlandsprodukt auch 2013 mit gut ½ Prozent nur schwach wächst.
  • Die realen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen werden 2013 kaum wachsen – 2014 ist allenfalls ein Plus von 3½ Prozent drin.
  • Vom dritten Quartal 2011 bis zum ersten Quartal 2013 gingen die Ausrüstungsinvestitionen preisbereinigt um rund 8 Prozent zurück.
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In diesem Jahr konnte die deutsche Wirtschaft angesichts der globalen Rahmenbedingungen keine großen Sprünge machen. Die Rezession in vielen EU-Staaten, Strukturprobleme in wichtigen Schwellenländern wie China und Russland sowie die Unsicherheit über den Kurs der US-Notenbank haben die Auslandsnachfrage geschwächt und Inves­toren abwarten lassen.

Auch wenn die Perspektiven inzwischen etwas besser sind – so haben mehrere Krisenländer im Euroraum wohl zumindest die Talsohle erreicht –, kann die Weltkonjunktur der deutschen Wirtschaft keinen starken Schub geben. Daher zeichnet das IW Köln folgendes Szenario (Tabelle):

  1. Außenhandel. Hier kommen die wesentlichen Impulse für die deutsche Wirtschaft vorerst nur aus Ländern außerhalb des Euroraums. Zudem machen die Euro-Aufwertung der vergangenen Monate sowie die gestiegenen Lohnstückkosten und Energiepreise in Deutschland den Exporteuren zu schaffen.

Die realen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen werden 2013 kaum wachsen – 2014 ist allenfalls ein Plus von 3½ Prozent drin.

Da sich die Importe ähnlich entwickeln, kann der Außenhandel die Konjunktur in nächster Zeit kaum ankurbeln.

  1. Investitionen. Das etwa seit Mitte 2011 deutlich abgekühlte Wirtschaftsklima in Deutschland machte sich vor allem bei der Investitionstätigkeit bemerkbar. Die von der Euro-Schuldenkrise verunsicherten Unternehmen scheuten davor zurück, mehr Geld in neue Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge zu stecken. Die Folge (Grafik):

Vom dritten Quartal 2011 bis zum ersten Quartal 2013 gingen diese Ausrüstungsinvestitionen preisbereinigt um rund 8 Prozent zurück.

Inzwischen allerdings deutet hier vieles auf eine Trendwende hin – so sind die Kapazitäten in der Industrie wieder besser ausgelastet und die Finanzierungskosten für die Firmen weiterhin niedrig.

Zwar werden die realen Ausrüs­tungsinvestitionen 2013 nochmals um 2½ Prozent sinken, im Jahr 2014 aber wieder um 3½ Prozent wachsen.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die künftige Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen schafft und vor allem die Finger von Steuererhöhungen lässt.

Bei den Bauinvestitionen geht das IW Köln in diesem Jahr von einem geringfügigen realen Minus aus, im kommenden Jahr ist ein Anstieg um 2½ Prozent zu erwarten. Treibende Kräfte sind vor allem der private Wohnungsbau, der weiterhin von günstigen Finanzierungskonditionen profitiert, und der gewerbliche Bau, der vom verbesserten Investitionsklima gestützt wird.

  1. Arbeitsmarkt. Das zuletzt recht maue Wirtschaftswachstum hat der Beschäftigungsentwicklung kaum etwas anhaben können. Vor allem Frauen und ältere Menschen stehen immer häufiger im Beruf; zudem profitiert der Arbeitsmarkt von einer steigenden Zuwandererzahl.

Im Durchschnitt des Jahres 2013 wird die Zahl der Erwerbstätigen den Vorjahreswert nochmals um rund 200.000 oder ½ Prozent übersteigen. Der positive Trend hält 2014 an, auch aufgrund der leicht anziehenden Konjunktur.

Allerdings sieht es bei der Arbeitslosigkeit nicht ganz so gut aus – 2013 sind im Jahresdurchschnitt voraussichtlich 30.000 Menschen mehr ohne Job als 2012. Dennoch ist die Zahl der Erwerbslosen mit 2,93 Millionen die zweitniedrigste seit 1991. Im kommenden Jahr könnte sich die Lage zudem wieder geringfügig verbessern und die Arbeitslosenquote von 6¾ auf 6½ Prozent sinken.

  1. Privater Konsum. Die recht güns­tige Arbeitsmarktentwicklung stützt die Stimmung der Verbraucher ebenso wie die voraussichtlich leicht steigenden Vermögenseinkommen – zum Beispiel durch höhere Ausschüttungen von Aktienfonds. Sofern Sozialbeiträge und Steuern nicht angehoben werden, sollte das zusammen mit der moderaten Teuerung 2014 ein Wachstum des realen privaten Konsums von knapp 1 Prozent ermöglichen – nach ½ Prozent in diesem Jahr.

IW-Forschungsgruppe KonjunkturAuftrieb mit wenig Rückenwind – IW-Konjunkturprognose Herbst 2013IW-Trends 3/2013

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