Vorzeitiger Ruhestand belastet die Rentenkasse
Immer mehr Menschen in Deutschland, die zur Generation der Babyboomer gehören, gehen in den Ruhestand – viele von ihnen vorzeitig. Dies konterkariert das Ziel der Politik, die Lebensarbeitszeit zu erhöhen und das Rentensystem zu stabilisieren.
- Viele Babyboomer sind in den vergangenen Jahren vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gegangen.
- Die Jahrgänge, die demnächst das Rentenalter erreichen, sind sogar noch stärker besetzt, sodass die Frührentner die Rentenkasse noch mehr belasten werden.
- Daher gilt es, die von der Alterssicherungskommission empfohlenen Reformen zur Einschränkung der Frührente zügig umzusetzen.
Tschüss Job, hallo Rente – der Übergang in den Ruhestand ist für viele Menschen in der Bundesrepublik eine verlockende Aussicht. Und der Staat ermöglicht diesen Schritt bislang in vielen Fällen sogar schon vor dem regulären Renteneintrittsalter. Dies gilt vor allem für (besonders) langjährig Versicherte sowie Menschen mit Schwerbehinderung.
Viele Babyboomer gehen vor der Regelaltersgrenze in Rente – die Politik ist aufgefordert, die Optionen zur Frührente einzuschränken.
Das wird für die Rentenkasse zur wachsenden finanziellen Belastung, denn seit einiger Zeit erreichen die geburtenstarken Jahrgänge 1954 bis 1969 nach und nach das rentennahe Alter. Viele von ihnen entscheiden sich dafür, ihre Rente vorzeitig in Anspruch zu nehmen (Grafik):
Ende 2024 bezogen rund 1,1 Millionen Menschen in Deutschland eine Rente, die 1959 oder später geboren waren und damit die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hatten.
Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt bereits rund sechs Millionen Babyboomer verrentet.
Schaut man auf die einzelnen Jahrgänge, wird die Problematik noch deutlicher. So gingen 53,2 Prozent der 1957 Geborenen – diese erreichten 2023 das reguläre Renteneintrittsalter – vorzeitig in Rente. Und die Jahrgänge, die ab jetzt das Rentenalter erreichen, sind noch stärker besetzt, sodass die Frührentner künftig noch mehr ins Gewicht fallen, wenn die Politik nicht gegensteuert.
Insofern ist es zu begrüßen, dass die Alterssicherungskommission der Bundesregierung unter anderem nahegelegt hat, die Möglichkeiten zur Frührente einzuschränken. Sollen möglichst viele Babyboomer länger im Arbeitsmarkt gehalten werden, gilt es, die empfohlenen Reformen zügig umzusetzen.