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Vorerst nur ein kleines Plus

Die Staatsschulden­krise im Euroraum macht auch vor Deutschland nicht halt und lässt den Außenhandel schwächeln. Die Auftragseingänge aus dem Ausland deuten vorläufig nicht auf einen neuerlichen starken Exportschub hin.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Staatsschuldenkrise im Euroraum macht auch vor Deutschland nicht halt und lässt den Außenhandel schwächeln.
  • Während die Aufträge aus den Ländern außerhalb des Euroraums von Herbst 2011 bis Frühjahr 2012 merklich zulegten, nahmen die Bestellungen aus den Eurostaaten ab.
  • Beispielsweise wuchsen die Warenexporte nach Asien in den ersten sieben Monaten 2012 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 Prozent, die Ausfuhren in die USA sogar um gut 20 Prozent.
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Insgesamt betrachtet kam der Außenhandel zwar bislang recht gut über die Runden: Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ergibt sich für die ersten sieben Monate dieses Jahres ein Zuwachs der Warenausfuhren von 5,4 Prozent. Da die Importe gleichzeitig nur um 2,3 Prozent stiegen, konnte der Außenbeitrag deutlich zulegen.

Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass das aktuelle Exportplus in erster Linie den Kunden außerhalb des Euroraums zu verdanken ist.

Beispielsweise wuchsen die Waren­exporte nach Asien in den ersten sieben Monaten 2012 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 Prozent, die Ausfuhren in die USA sogar um gut 20 Prozent.

Auch die Lieferungen an jene europäischen Länder, die nicht zum Euroraum gehören, nahmen insgesamt zu. Auf diese Staaten entfallen mittlerweile über 30 Prozent der deutschen Warenausfuhren.

Dagegen gingen die deutschen Exporte in die Länder des Euroraums von Januar bis Juli 2012 gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent zurück. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie aus dem Ausland ließen diese Entwicklung schon erahnen (Grafik):

Während die Aufträge aus den Ländern außerhalb des Euroraums von Herbst 2011 bis Frühjahr 2012 merklich zulegten, nahmen die Bestellungen aus den Eurostaaten ab.

Derzeit sieht es so aus, als ob sich die Orders aus dem Euroraum auf niedrigem Niveau stabilisieren. Zugleich kommen aber aus den anderen Ländern nicht mehr so starke Impulse wie zuvor. Die Auftragsentwicklung lässt somit für den deutschen Außenhandel vorerst keine große Dynamik erkennen.

Die Konjunkturforscher gehen davon aus, dass die Weltkonjunktur 2013 wieder etwas an Tempo zulegen wird. Dies wird den deutschen Außenhandel weiter wachsen lassen. Allzu groß dürfte das Plus aber nicht ausfallen – zumal viele Euroländer auf Konsolidierungskurs bleiben und daher die deutsche Exportwirtschaft kaum anschieben können.

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