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Von Ostdeutschland lernen

Die ostdeutschen Bundesländer investieren deutlich mehr in die Bildung als die westdeutschen – das zahlt sich aus.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die ostdeutschen Bundesländer investieren deutlich mehr in die Bildung als die westdeutschen – das zahlt sich aus.
  • Die öffentlichen Pro-Kopf-Bildungsausgaben für die unter 30-Jährigen betrugen in Ostdeutschland im Jahr 2013 gut 4.800 Euro – annähernd 11 Prozent mehr als in den westdeutschen Flächenländern.
  • Zu dem guten Ergebnis hat allerdings auch der demografische Wandel beigetragen.
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Ob es sich um Schüler an allgemeinbildenden Schulen und an Berufsschulen oder um Studenten handelt – bei der Ausbildung ihres Nachwuchses lassen sich die fünf ostdeutschen Flächenländer nicht lumpen (Grafik): Daten zur Bildungspolitik

Die öffentlichen Pro-Kopf-Bildungsausgaben für die unter 30-Jährigen betrugen in Ostdeutschland im Jahr 2013 gut 4.800 Euro – annähernd 11 Prozent mehr als in den westdeutschen Flächenländern.

Zu dem guten Ergebnis hat allerdings auch der demografische Wandel beigetragen. Weil die Schülerzahlen im Osten in den vergangenen Jahren deutlich schneller gesunken sind als im Westen, verteilen sich die Bildungsausgaben auf entsprechend weniger Köpfe. Im Jahr 2005 lagen die Pro-Kopf-Ausgaben mit rund 3.200 Euro im Osten und 3.000 Euro im Westen noch deutlich näher beieinander.

Wie alle guten Investitionen zahlen sich auch die in Bildung aus. Bei den letzten Schüler-Vergleichstests im Jahr 2012 lagen die ostdeutschen Flächenländer in den Naturwissenschaften vorn. In Mathematik standen mit Sachsen, Thüringen und Brandenburg gleich drei ostdeutsche Länder auf dem Treppchen.

Ein Grund für solche Erfolge – darin sind sich Bildungsforscher einig – ist eine frühkindliche Förderung, wie sie in Tagesstätten angeboten wird. Und auch hier hat der Osten die Nase vorn: 54 Prozent der Kinder unter drei Jahren besuchen eine frühkindliche Einrichtung oder werden in öffentlich geförderter Tagespflege betreut – im Westen ist die Quote nur halb so hoch.

Die rückläufigen Schülerzahlen haben auch die Zahl der Studienanfänger reduziert, die ihr Abi im Osten gemacht haben – allein seit 2009 um gut ein Drittel. Weil die neuen Länder aber gute Lehrbedingungen bieten –, weniger Studenten je Professor und höhere Ausgaben pro Student – konnten sie das zumindest teilweise kompensieren: Seit 2009 hat sich die Nettozuwanderung von Studienanfängern aus Westdeutschland und aus dem Ausland mehr als verfünffacht – ein größeres Kompliment kann man einem Bildungsstandort kaum machen.

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