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Von Meistern und Mastern

Karriere machen kann man auch im beruflichen Bildungssystem. Die sogenannten Aufstiegsfortbildungen führen zu Abschlüssen, die mit einem Bachelor- oder Master-Titel vergleichbar sind – zumindest ideell.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die sogenannten Aufstiegsfortbildungen führen zu Abschlüssen, die mit einem Bachelor- oder Master-Titel vergleichbar sind – zumindest ideell.
  • vergangenen Jahr haben rund 118.000 Frauen und Männer diese Chance ergriffen, gut 102.000 haben die Prüfung vor den Wirtschaftskammern auch bestanden.
  • Die Industrie und der Handel stellten gut 60.000 Teilnehmer, das Handwerk mehr als 49.000.
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Techniker, Fachwirt oder Meister – das sind einige der Abschlüsse, die durch eine Aufstiegsfortbildung erreicht werden können. Um an solch einer Fortbildung teilzunehmen, braucht der Kandidat eine abgeschlossene duale Berufsausbildung sowie Berufserfahrung.

Im vergangenen Jahr haben rund 118.000 Frauen und Männer diese Chance ergriffen, gut 102.000 haben die Prüfung vor den Wirtschaftskammern auch bestanden. Im Vergleich zu den rund 530.000 Personen, die jedes Jahr eine Berufsausbildung abschließen, ist das Potenzial der Aufstiegsfortbildungen damit aber noch längst nicht ausgeschöpft.

Im Jahr 2011 kamen mehr als 90 Prozent aller Teilnehmer an Fortbildungs- und Meisterprüfungen allein aus zwei Bereichen (Grafik):

Die Industrie und der Handel stellten gut 60.000 Teilnehmer, das Handwerk mehr als 49.000.

Bei den Abschlüssen gibt es drei verschiedene Stufen mit unterschiedlichen Qualifikationsniveaus:

  1. Die erste Stufe bildet unter anderem IT-Spezialisten, Fachberater und Fremdsprachenkorresponden­ten aus.
  2. Die zweite Stufe qualifiziert zum Beispiel zum Versicherungsfachwirt, Bilanzbuchhalter oder Handwerksmeister. Die Fortbildungen befähigen die Teilnehmer für gehobene Fach- und Führungsaufgaben.
  3. Die dritte Stufe bildet unter anderem zum Geprüften Betriebswirt, zum Geprüften Berufspädagogen und zum Strategischen IT-Professional aus. Absolventen dieser Stufe arbeiten häufig in der Geschäftsführung von kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Aufstiegsfortbildung ist eine echte Alternative zu einem Hochschulstudium. Weil seit Anfang 2012 berufliche und hochschulische Bildung durch den deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR) miteinander vergleichbar sind, hat ein Meister-Abschluss zumindest ideell den gleichen Wert wie ein Bachelor; ein Abschluss der dritten Stufe ist gleichwertig mit einem Master.

Diese Vergleichbarkeit gilt allerdings nur auf dem Papier, nicht in der Praxis: Denn der DQR hat bislang keine Auswirkungen auf das bestehende System der Zugangsberechtigungen an Hochschulen oder auf die tarifliche Eingruppierung.

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