Verteidigungsindustrie Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Von der Politik abhängig

Die Diskussion um Ausstattungsmängel bei der Bundeswehr lässt die deutsche Verteidigungsindustrie stärker in den Fokus rücken. Wegen der zurückhaltenden Beschaffungspolitik der Streitkräfte orientieren sich die Unternehmen der Branche in Richtung Ausland. Doch droht diese Strategie nicht aufzugehen, weil die Politik restriktivere Exportkontrollen ergreifen möchte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Allein die Hersteller von Waffen und Munition in Deutschland setzten 2013 gut 2,5 Milliarden Euro um, die gesamte Sicherheits- und Verteidigungsindustrie kam auf etwa das Zehnfache.
  • Vom deutschen Verteidigungsetat in Höhe von 32,4 Milliarden Euro im laufenden Jahr entfällt etwa ein Viertel auf Beschaffungen, von denen Waffensysteme mehr als 50 Prozent oder 4,6 Milliarden Euro ausmachen.
  • Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie schätzt, dass inklusive nicht-militärischer Bereiche rund 98.000 Menschen in der Verteidigungswirtschaft arbeiten.
Zur detaillierten Fassung

Allein die Hersteller von Waffen und Munition in Deutschland setzten 2013 gut 2,5 Milliarden Euro um, die gesamte Sicherheits- und Verteidigungsindustrie kam auf etwa das Zehnfache. Damit bleibt die Verteidigungsindustrie eine bedeutende Branche, die Arbeitsplätze sichert und schafft. Zahlen zur Herstellung von militärischen Kampf- und Luftfahrzeugen sowie Marineschiffen werden dabei allerdings in der Statistik nicht ausgewiesen, da sonst leicht Rückschlüsse auf die wenigen Unternehmen gezogen werden könnten. Laut Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie entfielen 2013 rund 22 Prozent des Branchenumsatzes auf Verteidigungs- und Sicherheitstechnik, dies waren 6,7 Milliarden Euro.

Vom deutschen Verteidigungsetat in Höhe von 32,4 Milliarden Euro im laufenden Jahr entfällt etwa ein Viertel auf Beschaffungen, von denen Waffensysteme mehr als 50 Prozent oder 4,6 Milliarden Euro ausmachen.

Ein weiteres Drittel des Etats wird für Personal ausgegeben, der Rest fließt unter anderem in die Versorgung ehemaliger Soldaten und in die Verwaltung (Grafik).

Die 30 Waffen- und Munitionshersteller in Deutschland zählten im ersten Halbjahr 2014 knapp 11.000 Mitarbeiter. In der Luftfahrtindus­trie kümmern sich etwa 22.000 Beschäftigte um Verteidigungsprojekte wie den Transporter A400M. Bei den 6.000 Mitarbeitern im Marineschiffbau stehen Projekte wie die neue Fregatte Typ 125 im Fokus.

Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungs­industrie schätzt, dass inklusive nicht-militärischer Bereiche rund 98.000 Menschen in der Verteidigungswirtschaft arbeiten. 2011 stellten sie Rüstungs- und Sicherheitsgüter für 22,6 Milliarden Euro her.

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