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Von Bällen und Bindungen

Für Autos, Maschinen und Steuerungselektronik ist die deutsche Metall- und Elektro-Industrie weltweit bekannt, für Tennisschläger, Skier und Surfbretter eher weniger. Die kleine Branche der Sportgerätehersteller bewegt sich zwar in einem schwierigen Umfeld, dennoch konnte sie ihren Umsatz zuletzt ordentlich steigern.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die deutschen Sportgerätehersteller setzten 2014 rund 600 Millionen Euro um.
  • Die Geschicke der Hersteller wird vor allem vom Inlandsmarkt dominiert.
  • Vor allem der boomende Fitnessbereich beschert der Branche steigende Umsätze.
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Gerade einmal 34 größere Betriebe mit 4.400 Beschäftigten sind in der mittelständisch geprägten Branche der Sportgeräteherstellung tätig; hinzu kamen im Herbst 2014 noch einmal 34 Kleinbetriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern, insgesamt waren das weitere 930 Beschäftigte. Mit durchschnittlich nur 130 Mitarbeitern selbst in „größeren“ Betrieben ist eine Massenproduktion von Sportgeräten eher die Ausnahme. Zusammen mit einer hohen Fertigungstiefe ergibt sich daraus ein Umsatz von 136.000 Euro je Mit­arbeiter (Grafik). Entsprechend begrenzt ist auch der Gesamtumsatz der Branche:

Der Umsatz der deutschen Sportgerätehersteller ohne die Kleinbetriebe stieg 2014 um 7 Prozent und erreichte 602 Millionen Euro.

Davon wurde etwas mehr als ein Drittel im Ausland erwirtschaftet – eine niedrige Quote, denn viele M+E-Branchen kommen auf mindestens 50 Prozent, die Autoindustrie sogar auf mehr als 70 Prozent. Immerhin aber gewinnt das Auslandsgeschäft auch für die Sportgerätehersteller anscheinend an Bedeutung: Im ersten Halbjahr 2015 hat der Export um rund 8 Prozent zugelegt, während der Inlandsabsatz um fast 6 Prozent schrumpfte.

Trotzdem dominiert weiterhin der Inlandsmarkt die Geschicke der Sportgerätehersteller, die unter anderem Bälle, Skier und Bindungen, Schläger aller Art sowie Geräte und Ausrüstungen für Turnhallen und Fitnessstudios produzieren. Gerade im Fitnessbereich ist der Boom ungebrochen: Während die Studios in Deutschland 2004 erst 4,7 Millionen Mitglieder zählten, waren es im vergangenen Jahr bereits 9,1 Millionen in über 7.100 Einrichtungen.

Langfristig allerdings dürfte auch am Sportgerätemarkt der demografische Wandel seine Spuren hinterlassen. Zwar sollte der Umsatz mit altersgerechten Sportgeräten wie Beweglichkeitstrainern für Senioren steigen, insgesamt aber wird der Inlandsmarkt wohl eher schrumpfen. Die deutschen Sportgerätehersteller werden sich also mehr auf den Auslandsmarkt konzentrieren müssen.

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