Klimawandel Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Vom neuen Klima profitieren

Auch hierzulande wird befürchtet, dass durch den Klimawandel mit extremen Wetterereignissen wie in New York zu rechnen ist. Eine Befragung von 317 deutschen Gemeinden durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln zeigt jedoch, dass sie vor allem bei der Energieversorgung mehr Chancen als Risiken sehen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Gemeinden sind sich sicher: Der Klimawandel wird die öffentliche Infrastruktur zunehmend beeinträchtigen – weniger jedoch die Energieversorgung.
  • Fast 77 Prozent der Kommunen sehen eine Chance darin, dass mit fortschreitendem Klimawandel erneuerbare Energien ausgebaut werden.
  • Ein regionaler Kampf um Fördersummen steht einer effizienten nationalen Energiepolitik allerdings entgegen, zumal die Gemeinden teilweise eine autarke und staatliche Energieversorgung anstreben.
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„Sandy“ stürzt US-Ostküste ins Chaos, so titelten vor kurzem die Zeitungen. Auch wenn der Sturm nicht unbedingt eine Folge des Klimawandels sein muss – was extreme Wetterlagen anrichten können, macht er deutlich.

Auch Gemeinden sind sich sicher: Der Klimawandel wird die öffentliche Infrastruktur zunehmend beeinträchtigen – weniger jedoch die Energieversorgung. Hier glaubt mehr als die Hälfte, indirekt von den Veränderungen zu profitieren:

Fast 77 Prozent der Kommunen sehen eine Chance darin, dass mit fortschreitendem Klimawandel erneuerbare Energien ausgebaut werden.

Dies geschehe entweder, weil mit dem Klimawandel die Wirtschaftlichkeit von Wind- und Solaranlagen steigt oder der Handlungsdruck zum CO2-Sparen und die Akzeptanz für erneuerbare Energien wachsen. Die Gemeinden hoffen, die Energieversorgung stärker lokal organisieren zu können. Wenn Akteure aus der Region in Solar-, Windkraft- oder Biomasseanlagen investieren, können sie Fördergelder einsammeln.

Ein regionaler Kampf um Fördersummen steht einer effizienten nationalen Energiepolitik allerdings entgegen, zumal die Gemeinden teilweise eine autarke und staatliche Energieversorgung anstreben.

Nicht alle Kommunen sehen im Klimawandel Chancen für die lokale Energieversorgung. Mehr als ein Viertel der Befragten rechnet mit Problemen – z. B. durch intensivere Stürme, Starkregen oder Hitze. Worauf sich die Kommunen hier konkret einstellen, haben sie ebenfalls zu Protokoll gegeben (Grafik):

  1. Acht von zehn Kommunen gehen von einem erhöhten Kühlungs- und Klimatisierungsbedarf aus, denn Hitzeperioden treten wohl häufiger auf und auch im Jahresdurchschnitt dürften die Temperaturen steigen.
  2. Jeweils knapp 60 Prozent der Kommunen erwarten Schäden an Stromnetzen und an freistehenden Erzeugungsanlagen.
  3. Die Abwasseraufbereitung könnte – weil zum Beispiel mehr Keime im Wasser sind – aufwendiger und damit energieintensiver werden, sagt mehr als jede vierte Kommune.

Esther ChrischillesAuswirkungen des Klimawandels auf die Energieversorgung in deutschen GemeindenIW-Trends 4/2012

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