Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

Digitalisierung Lesezeit 2 Min.

Vielen jungen Menschen fehlen digitale Basiskenntnisse

Auch wenn das Smartphone ihr steter Begleiter ist, verfügt ein Teil der 16- bis 24-Jährigen in der EU nicht einmal über digitales Basiswissen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind allerdings groß und der Bildungsstand ist ein maßgeblicher Faktor.

Kernaussagen in Kürze:
  • Rund jeder vierte 16- bis 24-Jährige in der EU hat nicht einmal digitale Basiskenntnisse.
  • In Deutschland liegt der Anteil derjenigen mit nur wenig digitalem Know-how sogar bei mehr als einem Drittel.
  • EU-weit zeigt sich, dass der individuelle Bildungsstand einen wesentlichen Einfluss auf das Wissen rund ums Web hat.
Zur detaillierten Fassung

Das Smartphone ist für junge Menschen das Tor zur digitalen Welt. Doch wer ständig wischt, tippt und streamt, geht deshalb noch längst nicht sicher mit den digitalen Medien um. Rund jeder vierte 16- bis 24-Jährige in der EU hat nicht einmal digitale Basiskenntnisse – das heißt, er oder sie scheitert beispielsweise daran, Informationen im Netz zu finden, E-Mails zu schreiben, Fotos digital zu bearbeiten, persönliche Daten sicher zu speichern oder Apps herunterzuladen.

Rund jeder vierte 16- bis 24-Jährige in der EU hat nicht einmal digitale Basiskenntnisse.

Je nach Mitgliedsstaat ist der Anteil derjenigen, deren Digitalisierungswissen stark ausbaufähig ist, allerdings ganz unterschiedlich hoch (Grafik):

In Deutschland liegt der Anteil derjenigen mit nur wenig digitalem Know-how sogar bei mehr als einem Drittel – noch höher ist er nur in Rumänien und Bulgarien.

So viel Prozent der 16- bis 24-Jährigen in diesen EU-Ländern hatten im Jahr 2025 zumindest grundlegende digitale Fertigkeiten Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Am fittesten sind junge Menschen in Dänemark, Tschechien und Malta – dort haben jeweils nur rund 8 Prozent der Altersgruppe große digitale Wissenslücken.

Insgesamt schneiden junge Frauen in Sachen digitale Fertigkeiten etwas besser ab als Männer:

Im EU-Durchschnitt erreichen rund 76 Prozent der weiblichen 16- bis 24-Jährigen mindestens ein digitales Basisniveau – gegenüber gut 73 Prozent ihrer männlichen Altersgenossen.

Am größten ist das Geschlechtergefälle zugunsten der Frauen mit fast 19 Prozentpunkten in Zypern (knapp 74 versus gut 55 Prozent). In Slowenien liegen die Frauen mit knapp 12 Prozentpunkten vorn, in Österreich mit gut 9 Prozentpunkten. In fünf EU-Ländern – Malta, Rumänien, Frankreich, Spanien, Kroatien – sind es dagegen die Männer, die zu einem höheren Anteil mindestens grundlegende digitale Kenntnisse haben.

Bildungsstand wirkt sich maßgeblich auf digitales Wissen aus

Einen wesentlichen Einfluss auf das Wissen rund ums Web hat offenbar der jeweilige Bildungsstand:

Im Schnitt aller EU-Länder haben nur knapp 68 Prozent der 16- bis 24-Jährigen, die höchstens einen Abschluss der Sekundarstufe I haben, mindestens ein digitales Basiswissen – bei jenen mit hohem Bildungsniveau wie etwa einem abgeschlossenen Studium sind es fast 88 Prozent.

Am deutlichsten ist der Unterschied in Rumänien – dort sind gut 81 Prozent der jungen Menschen mit tertiärem Bildungsabschluss mit mindestens grundlegenden Kenntnissen im Netz unterwegs, aber weniger als 41 Prozent derjenigen mit niedrigem Bildungsstand. In Schweden beträgt die entsprechende Differenz dagegen weniger als 6 Prozentpunkte. Allerdings liegen nicht für alle EU-Länder ausreichend Daten zum digitalen Wissen nach Bildungsniveau vor.

Meistgelesene