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Viele Wege führen nach Rio

Für die Verbesserung des globalen Klimas ist es egal, wo CO2 eingespart wird. In den Schwellen- und Entwicklungsländern lässt sich mit dem gleichen finanziellen Einsatz nämlich oft mehr erreichen als hierzulande.

Kernaussagen in Kürze:
  • Für die Verbesserung des globalen Klimas ist es egal, wo CO2 eingespart wird.
  • Deutsche Firmen sind durchaus bereit, sich beim Technologietransfer für saubere Lösungen zu engagieren.
  • Voraussetzungen: Freier Handel mit Klimaschutzgütern, Verlässlicher Schutz von Innovationen weltweit und Erhalt und Verbesserung des Clean Development Mechanism.
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In Rio de Janeiro wurde in der vergangenen Woche einmal mehr über die nachhaltige Entwicklung und den Klimaschutz diskutiert. Um hier Fortschritte zu erzielen, muss vor allem die Energieerzeugung in den Schwellen- und Entwicklungsländern viel klimafreundlicher werden. Denn auf diese Staaten entfallen 90 Prozent des bis zum Jahr 2035 prognostizierten Wachstums des Energieverbrauchs.

Wie aber lassen sich in Indien oder China jene sauberen Technologien verbreiten, die sich in Deutschland zunehmend durchsetzen? Eine Antwort: private Inves­toren ins Boot holen. Das ist keine unmögliche Aufgabe. Deutsche Firmen sind durchaus bereit, sich beim Technologietransfer zu engagieren – sofern einige Voraussetzungen erfüllt sind:

1. Freier Handel mit Klimaschutzgütern.

Die beste Filteranlage nutzt nichts, wenn Schwellenländer darauf hohe Einfuhrzölle erheben oder den Einbau durch lokale Vorschriften behindern. Mehr als 70 Prozent der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) befragten Umweltexperten halten die Beseitigung solcher Handelshemmnisse für wichtig, wenn sich klimafreundliche Techniken in den Schwellenländern schneller verbreiten sollen (Grafik).

2. Verlässlicher Schutz von Innovationen weltweit.

Kein deutsches Unternehmen wird im Ausland in Klimaschutztechniken investieren oder Anlagen dorthin liefern, wenn es befürchten muss, dass seine Techniken abgekupfert werden. Diese Meinung vertreten ebenfalls gut 70 Prozent der Umweltexperten. Entsprechende Vereinbarungen zum Patentschutz müssen daher dringend gestärkt werden.

3. Erhalt und Verbesserung des Clean Development Mechanism (CDM).

Die Teilnehmer des Kyoto-Protokolls müssen nicht zwingend ihre eigenen Emissionen reduzieren. Sie können auch in Schwellen- und Entwicklungsländern investieren und dafür Emissionszertifikate erhalten, um so ihren Verpflichtungen im europäischen Emissionshandel nachzukommen.

Ab 2013 wird diese Möglichkeit jedoch weiter eingeschränkt, was den Technologietransfer verlangsamt und ökonomisch unsinnig ist. Denn oft kann man mit wenig Aufwand in Entwicklungsländern viel erreichen; in Industrieländern dagegen muss man meist ein Vielfaches investieren, um Verbesserungen zu erreichen.

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