IW-Konjunkturampel Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Viele Signale stehen auf Grün

Um die konjunkturelle Entwicklung differenziert und dennoch übersichtlich darzustellen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln die IW-Konjunkturampel entwickelt. Diese steht für Deutschland in vielen Bereichen derzeit auf Grün – die Wirtschaft ist also auf Kurs.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die IW-Konjunkturampel signalisiert für Deutschland eine überwiegend gute Konjunkturlage – alle Nachfragekennziffern haben sich zuletzt verbessert und auch der Einkaufsmanagerindex zeigt aufwärts.
  • Der Trend im Euroraum, in den USA und in China wird unterm Strich ebenfalls positiv bewertet.
  • Die IW-Konjunkturampel zeichnet die Finanz- und Wirtschaftskrise in Deutschland 2008/2009 im Wesentlichen gut nach.
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Konjunkturforscher haben es nicht leicht: Zwar steht ihnen heute eine schier unerschöpfliche Fülle an Daten zur Verfügung – von den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen über Unternehmensstatis­tiken bis hin zu Rohstoff- und Finanzmarktkennziffern. Am Ende aber ist nicht zuletzt die Öffentlichkeit daran interessiert, möglichst leicht erfassbare Informationen über die konjunkturellen Trends zu bekommen.

Diesem Interesse trägt meist die Zusammenfassung vieler Konjunkturdaten in einem Gesamtindikator Rechnung. Solche Kennziffern sind allerdings insofern problematisch, als bei der Verdichtung der Daten wertvolle Konjunkturdetails verloren gehen und zudem die einzelnen Indikatoren oft willkürlich gewichtet werden müssen.

Diese Probleme umgeht die vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln entwickelte IW-Konjunktur­ampel – sie gibt mithilfe der Signalfarben Grün, Gelb und Rot einen intuitiven und zugleich informativen Überblick über die Dynamik der Wirtschaft (Kasten). Die IW-Konjunkturampel beleuchtet derzeit neben Deutschland auch den Euroraum insgesamt, die USA und China. Der aktuelle Stand (Grafik):

  1. Deutschland. Die Ampel signalisiert eine überwiegend gute Konjunkturlage – alle Nachfragekennziffern haben sich zuletzt verbessert und auch der Einkaufsmanager­index zeigt einen aufwärts. Die übrigen Indikatoren haben sich kaum verändert, wobei manche ohnehin schon auf sehr hohem Niveau waren – wie etwa die Erwerbstätigkeit.
  2. Euroraum. Grüne und gelbe Sig­nale halten sich exakt die Waage, insgesamt zeigt der Konjunktur­trend also leicht aufwärts. Vor allem die umfragebasierten Indikatoren haben zuletzt eine merkliche Besserung der Lage erkennen lassen. Zudem zeigen sich aktuell auch erste Lichtblicke auf dem Arbeitsmarkt.
  3. USA. Unterm Strich bewertet die IW-Konjunkturampel auch dort die Situation positiv. Allerdings steht der Verbesserung beim Konsumentenvertrauen eine Stagnation im Bereich Produktion und bei den anderen Indikatoren der Nachfrage gegenüber. Die Exporte waren in jüngster Zeit sogar klar rückläufig.
  4. China. Für das Reich der Mitte sind nur sieben Indikatoren verfügbar – sie liefern ein positives Gesamtbild. Lediglich die Arbeitslosenquote und die Ausfuhren blieben zuletzt fast unverändert.

Dass die IW-Konjunkturampel relevante wirtschaftliche Trends gut widerspiegeln kann, lässt sich beispielsweise anhand der Finanz- und Wirtschaftskrise zeigen. Damals brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen dem dritten Quartal 2008 und dem ersten Quartal 2009 um mehr als 6 Prozent ein und erholte sich anschließend nur langsam (Grafik). Die Ampel zeichnet die Krise – trotz einiger datenbedingter Verzögerungen – im Wesentlichen gut nach:

Die Zahl der in der IW-Konjunkturampel enthaltenen Indikatoren, die sich deutlich verschlechtert hatten, stieg von eins im August 2008 auf sieben im Juni 2009.

Dieser weitgehende Gleichlauf von BIP und IW-Konjunkturampel war kein Zufall, sondern ist bis an den aktuellen Rand zu beobachten. Den leichten Aufschwung des Jahres 2013 zum Beispiel zeigte die Ampel an, indem sich die Zahl der verbesserten Indikatoren von null im März auf fünf im November erhöhte.

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