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Viele Reformgewinner

Die Wohngeldreform beschert vielen Wohngeldempfängern höhere Zuschüsse. Zudem haben Mieter und Hausbesitzer, die aus der Wohngeldförderung herausgefallen waren, wieder einen Anspruch darauf.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Wohngeldreform beschert vielen Wohngeldempfängern höhere Zuschüsse.
  • Von der Wohngeldreform profitieren besonders Alleinerziehende.
  • Zusätzlich werden rund 132.500 Kinder von den Wohngeldleistungen profitieren.
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Wer einkommensschwach ist und keine anderen Sozialleistungen wie Hartz IV oder Grundsicherung bezieht, kann einen Zuschuss zur Miete oder für die selbst genutzte Immobilie beantragen (vgl. iwd 13/2015).

Weil das Wohngeld zuletzt 2009 an die Preis- und Mietentwicklungen angepasst wurde, sind seitdem viele einkommensschwache Haushalte vom Wohngeld in die Grund­sicherung gewechselt. Diese übernimmt ebenfalls die Unterkunftskos­ten, wird aber im Gegensatz zum Wohngeld regelmäßig erhöht, um Mietsteigerungen auszugleichen.

Im Rahmen der Wohngeldreform wurden deshalb jetzt die Leistungen angehoben und die Höchstbeträge erhöht, welche die maximal anerkannten Mieten in einer Kommune festlegen. Gleichzeitig wurden die Mietenstufen neu geregelt sowie einige Freibetragsregelungen angepasst. Die Mietenstufen sind nach Wohnorten gestaffelt (billig bis teuer) und begrenzen den Mietzuschuss.

Wie sich die Neuerungen auf die Zahl der Bezieher und die Leistungen auswirken dürften, hat das IW Köln jetzt im Auftrag des Bundesbauministeriums neu berechnet. Demnach steigt die Zahl der Wohngeldempfänger 2016 um 60 Prozent auf 866.000. Die Wohngeldausgaben dürften sich auf 1,5 Milliarden Euro nahezu verdoppeln.

Der Wohnkostenzuschuss für Haushalte, die bereits vor der Reform wohngeldberechtigt waren, steigt in diesem Jahr um durchschnittlich 64 Euro auf 160 Euro im Monat. Weil aber andere Haushalte weniger bekommen – etwa jene, die zuvor aus der Wohngeldförderung herausgefallen waren –, beträgt das Wohngeld im Durchschnitt voraussichtlich nur 130 Euro (Grafik).

Von der Wohngeldreform profitieren besonders Alleinerziehende:

Durch die Kombination aus Leis­tungserhöhung und Neuregelung des Freibetrags erhöht sich die Zahl der begünstigten Haushalte 2016 um rund 26.500 auf knapp 48.000.

Darüber hinaus können auch andere Familien mit Kind(ern) auf Wohngeld hoffen. So werden zusätzlich rund 132.500 Kinder von den Wohngeldleistungen profitieren.

Weil die Mieten vermutlich weiter kräftig steigen, sollte das Wohngeld indexiert werden. Außerdem müsste der Staat die Mietenstufen regelmäßig neu festsetzen. Sonst kann es passieren, dass erneut Zigtausende aus der Förderung herausfallen.

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