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Viele Köche verlassen den Brei

Laut einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gibt jeder fünfte Auszubildende vorzeitig auf. Das kostet die Unternehmen Millionen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das Handwerk hat es besonders schwer: Jeder vierte Auszubildende wirft vor dem Abschluss das Handtuch, vor allem Köche, Bäcker und Friseure.
  • Durch frühzeitige Vertragslösungen haben die Betriebe 2007 rund 580 Millionen Euro verloren.
  • Um die Abbrecherquoten zu senken, müssen die Firmen bei ihrem Auswahlverfahren ansetzen.
Zur detaillierten Fassung

Das Handwerk hat es besonders schwer: Jeder vierte Auszubildende wirft vor dem Abschluss das Handtuch, vor allem Köche, Bäcker und Friseure (Grafik). Die Ursachen für das frühe Ende sind vielfältig. So liegt es nicht immer am vermeintlichen Unwillen des Auszubildenden, sondern manchmal einfach auch daran, dass ein Betrieb dichtmachen muss oder der Azubi gesundheitliche Probleme hat.

So oder so bleiben die Unternehmen auf ihren Kosten sitzen, denn sie haben bis dahin viel Geld in die Ausbildung investiert. Dazu zählen die Lohnkosten und die Ausgaben für Lehrmaterialen, Berufs- und Schutzkleidung. Dem stehen zwar Erträge aus der bisher geleisteten Arbeit gegenüber, doch unterm Strich bleibt oft ein klarer Verlust, wie das BIBB errechnet hat:

Durch frühzeitige Vertragslösungen haben die Betriebe 2007 rund 580 Millionen Euro verloren.

Die Kosten für die abgebrochenen Ausbildungen variieren von Beruf zu Beruf. Geht zum Beispiel ein Werkzeugmechaniker vorzeitig, kos­tet das ein Unternehmen durchschnittlich 18.500 Euro. Hängt dagegen ein Koch seine Schürze an den Nagel, fallen nur gut 2.750 Euro an.

Selbst nachdem der Vertrag vorzeitig beendet wurde, können weitere Kosten entstehen – schließlich brauchen die Betriebe in der Regel Ersatz und müssen neue Auszubildende suchen und einarbeiten.

Um die Abbrecherquoten zu senken, müssen die Firmen bei ihrem Auswahlverfahren ansetzen. Eine Beschäftigung auf Probe kann zeigen, ob jemand ein geborener Handwerker oder eher Büromensch ist.

Während der Ausbildung sollten die Betriebe ihren Azubis strenger über die Schulter schauen. Dazu gehören Feedback-Gespräche oder ein enger Kontakt zur Berufsschule.

Weitere Infos: www.kompetenzzentrum-fachkraeftesicherung.de

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