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Viel Potenzial für deutsche Firmen

Immer mehr deutsche Industrieunternehmen sind auf den expandierenden südostasiatischen Märkten mit eigenen Produktionsstätten vertreten. Weil solche Investitionen maßgeschneiderte Finanzierungen brauchen, bietet die Region auch den deutschen Finanzdienstleistern neue Chancen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Immer mehr deutsche Industrieunternehmen sind auf den expandierenden südostasiatischen Märkten mit eigenen Produktionsstätten vertreten.
  • Mehr als 43 Prozent aller Güter, die China im Jahr 2012 aus der Europäischen Union importierte, trugen das Label „made in Germany“.
  • Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen in China hat sich seit 1995 von 800 Millionen Euro auf fast 35 Milliarden Euro erhöht.
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Zwar sind die Zeiten zweistelliger Wirtschaftswachstumsraten wohl selbst in China vorbei. Das ändert aber nichts an der beeindruckenden Dynamik, mit welcher sich Südost­asien in den vergangenen Jahren zu einer starken Wirtschaftsregion entwickelt hat. Inzwischen produzieren China, Indien und Co. jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von 12,4 Billionen Dollar – das entspricht in etwa der Wirtschafts­leistung des gesamten Euroraums.

Ein wichtiger Faktor dieses Erfolgs ist die Integration der südost­asiatischen Länder in die Weltwirtschaft. Sie wurden damit auch zu riesigen Absatzmärkten, auf denen die deutschen Unternehmen erfolgreich vertreten sind:

Mehr als 43 Prozent aller Güter, die China im Jahr 2012 aus der Europäischen Union importierte, trugen das Label „made in Germany“.

In Südkorea lag der deutsche Marktanteil immerhin bei 35 Prozent – auch dort war die Bundes­republik der wichtigste europäische Lieferant.

Die deutsche Wirtschaft punktet besonders mit Erzeugnissen der Fahrzeugindustrie sowie des Maschinenbaus – im Jahr 2012 kamen mehr als 50 Prozent der deutschen Exporte nach China aus diesen Branchen, in Südkorea waren es über 40 Prozent.

In Deutschland beheimatete Unternehmen sind aber auch immer häufiger mit eigenen Fertigungs­betrieben an asiatischen Standorten vertreten. Vor allem das Engagement im Reich der Mitte hat stark zugenommen:

Der Bestand an deutschen Direkt­investitionen in China hat sich seit 1995 von 800 Millionen Euro auf fast 35 Milliarden Euro erhöht.

Damit entfallen fast 39 Prozent des deutschen Direktinvestitionsbestands in Asien auf China (Grafik).

Ihre Investitionen in Südostasien wickeln die deutschen Unternehmen insbesondere über die Finanzzentren Hongkong und Singapur ab. Von 2000 bis 2012 summierten sich beispielsweise die von hier nach Singapur geflossenen Direktinvestitionen, Finanzanlagen und Bankguthaben auf fast 20 Milliarden Euro – das entspricht mehr als 9 Prozent der Wirtschaftsleistung des Stadtstaates. In Hongkong machten die deutschen Kapitalzuflüsse immerhin gut 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Ergo bietet Südostasien auch den deutschen Finanzdienstleistern neue Geschäftschancen. Denn die deutschen Firmen, die dort tätig sind, greifen gerne auf vertraute, passgenaue Finanzierungen zurück – etwa wenn es um die Beschaffung von Fremdkapital über Unter­nehmensanleihen oder Kredite geht.

Wenn auf diese Weise der Erfolg der deutschen Unternehmen in Südostasien wächst, profitiert davon auch der Standort Deutschland. Denn laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags waren in den vergangenen Jahren gerade jene Firmen, die Auslandsinvestitionen planten, auch diejenigen, die in Deutschland mehr investieren und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen wollten.

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