IW-Verbandsumfrage 2015 Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Verhaltene Zuversicht

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist längst nicht mehr so gut wie Anfang 2014. Dennoch gehen die Verbände überwiegend davon aus, dass die Unternehmen ihre Produktion beziehungsweise ihren Umsatz im neuen Jahr leicht steigern können. Auch die Investitionen dürften sich unterm Strich positiv entwickeln.

Kernaussagen in Kürze:
  • Für das Jahr 2015 erwarten 23 der 48 vom IW Köln befragten Verbände, dass ihre Mitgliedsunternehmen eine höhere Produktion erzielen werden als 2014 – nur 4 rechnen mit einem Rückgang.
  • Die Mehrheit der Branchen geht von konstanten Investitionen aus, doch immerhin 15 Verbände sind in Sachen Neuanschaffungen für das neue Jahr zuversichtlich und nur 6 skeptisch.
  • Unter diesen Voraussetzungen dürfte das Beschäftigungsniveau weitgehend gehalten werden, auch wenn 12 Verbände von einem Stellenabbau in ihren Unternehmen ausgehen und nur 8 von einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen.
Zur detaillierten Fassung

Von der Partylaune des vorigen Jahreswechsels ist kaum etwas übrig geblieben – das geht aus der aktuellen Befragung von 48 Wirtschaftsverbänden durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) her­vor. Hatten Ende 2013 noch 26 Verbände von einer gegenüber dem Vorjahr verbesserten Lage in ihren Mitgliedsfirmen berichtet, ist die Zahl nun auf 7 gesunken. Dagegen sprechen 20 Verbände von einer eingetrübten Stimmung (Tableau).

Zur Verunsicherung trägt zum einen der Kurs der Bundesregierung bei – etwa die jüngsten Beschlüsse zur Rentenpolitik sowie zur Einführung des Mindestlohns. Zum anderen haben die weltpolitischen Risiken zugenommen und die Lage im Euroraum bleibt fragil.

Dennoch schauen die Unternehmen keineswegs ängstlich nach vorn:

Für das Jahr 2015 erwarten 23 der 48 befragten Verbände, dass ihre Mitgliedsfirmen eine höhere Produktion erzielen werden als im Jahr 2014 – nur 4 rechnen mit einem Rückgang.

Der verhaltene Optimismus schlägt sich auch in den Investitionsplänen nieder. Die Mehrheit der Branchen geht von konstanten In­vestitionen aus, doch immerhin 15 Verbände sind in Sachen Neuanschaffungen für das neue Jahr zuversichtlich und nur 6 skeptisch.

Unter diesen Voraussetzungen dürfte das Beschäftigungsniveau weitgehend gehalten werden, auch wenn 12 Verbände von einem Stellenabbau in ihren Unternehmen ausgehen und nur 8 von einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen.

Die Erwartungen einiger Branchen im Einzelnen:

  1. Maschinenbau. Die Stimmung in diesem Industriezweig ist getrübt. Hauptursachen dafür sind die Risiken aufgrund des Ukraine-Konflikts, die Reformstaus in Frankreich und Italien sowie wachstumshemmende Gesetzesänderungen im Inland. Dennoch rechnet der Verband mit einem Produktionsplus, auch dank positiver Impulse aus dem Export nach China und in die USA.
  2. Bauindustrie. In dieser Branche ist die Stimmung gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert. Die Unternehmen gehen für 2015 von etwas besseren Geschäften aus als 2014, wobei vor allem der Wohnungsbau sowie der öffentliche Bau das Wachstum antreiben dürften.
  3. Finanzsektor. Banken und Versicherungen sind alles andere als in Sektlaune. Gründe dafür sind die im längerfristigen Vergleich weiterhin geringen Investitionen in Deutschland, der extrem niedrige Leitzins sowie immer schärfere gesetzliche Regulierungen. Zwar werden die Unternehmen wohl mehr investieren als 2014 – vor allem im IT-Bereich. Der hohe Kostendruck lässt aber einen Personalabbau erwarten.

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