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Familienfreundlichkeit Lesezeit 3 Min.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Unternehmen wichtig

Die Unternehmen in Deutschland engagieren sich so stark wie noch nie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dass sie damit genau richtig liegen, zeigt auch ein Blick auf die jüngeren Beschäftigten: Denen sind flexible Arbeitsbedingungen zunehmend wichtiger – selbst dann, wenn sie noch gar keine Kinder haben.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ob Eltern-Kind-Zimmer im Betrieb oder Freistellungen, die über die gesetzlichen Verpflichtungen bei zu pflegenden nahen Angehörigen hinausgehen: Die Unternehmen in Deutschland engagieren sich so stark wie noch nie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Von denen, bei denen die Geschäfte gut laufen, sagen mehr als 90 Prozent, dass familienfreundliche Maßnahmen wichtig für sie sind.
  • Selbst die Betriebe, die sich 2026 in einer ökonomisch schlechten Lage befinden, stimmen dieser Aussage zu rund 85 Prozent zu.
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Es gibt viele Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter dabei unterstützen können, sowohl ihrem Job als auch ihren familiären und sozialen Verpflichtungen bestmöglich nachzukommen. Neben flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit des Homeoffice zählen dazu beispielsweise Eltern-Kind-Zimmer im Betrieb, Auszeiten und Freistellungen, die über die gesetzlichen Verpflichtungen bei kranken Kindern oder zu pflegenden nahen Angehörigen hinausgehen, oder eine betrieblich organisierte Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder. Auch freiwillige finanzielle Unterstützung ist eine Option für Unternehmen, um Beschäftigten bei der Kinderbetreuung oder Pflege von Familienmitgliedern unter die Arme zu greifen.

Für knapp 90 Prozent der Unternehmen sind familienfreundliche Maßnahmen wichtig, annähernd 60 Prozent der Betriebe erfüllen die Kriterien für ausgeprägt familienfreundliche Unternehmen.

Trotz des gegenwärtigen wirtschaftlichen Drucks engagieren sich die Betriebe in Deutschland stärker für Vereinbarkeitsthemen als je zuvor, zeigt der vom IW für das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellte Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2026 (Grafik):

Für annähernd 88 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind familienfreundliche Maßnahmen auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2026 wichtig, das sind noch einmal etwas mehr Unternehmen als im Jahr 2023.

So viel Prozent der Unternehmen sag(t)en, dass familienfreundliche Maßnahmen für sie (eher) wichtig sind Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Selbst die Betriebe, die sich 2026 in einer ökonomisch schlechten Lage befinden, weisen eine Zustimmungsrate von rund 85 Prozent auf. Von denen, bei denen die Geschäfte gut laufen, sagen mehr als 90 Prozent, dass familienfreundliche Maßnahmen wichtig für sie sind.

Die Studie hat auch untersucht, wie viele Unternehmen ausgeprägt familienfreundlich sind. Kennzeichnend für diese Firmen ist unter anderem, dass Führungskräfte ihre Beschäftigten bestärken, die angebotenen Maßnahmen auch in Anspruch zu nehmen. In ausgeprägt familienfreundlichen Betrieben werden Mitarbeiter zu Vereinbarkeitsmaßnahmen befragt, informiert oder in die konkrete Ausgestaltung dieser eingebunden.

Als ausgeprägt familienfreundlich bezeichnen sich 2026 fast 57 Prozent der Unternehmen, von den Beschäftigten sagen 46 Prozent, dass das auf ihren Arbeitgeber zutrifft.

Zum Vergleich: Im Jahr 2023 lag die Zustimmungsrate zu dieser engen Definition der Familienfreundlichkeit seitens der Unternehmen bei rund 51 Prozent, von den Mitarbeitern sahen das gut 38 Prozent so. Dass mittlerweile sehr viel mehr Beschäftigte ihren Arbeitgeber als ausgeprägt familienfreundlich empfinden, liegt daran, dass es für viele Mitarbeiter inzwischen leichter ist, Vereinbarkeitsmaßnahmen zu nutzen – sei es, weil die Akzeptanz von Führungskräften und/oder Kollegen größer geworden ist oder weil zwingende Erreichbarkeitsanforderungen im Beruf an Bedeutung verloren haben.

Gute Vereinbarkeitsangebote machen Arbeit, oftmals kosten sie auch viel Geld. Warum tun sich Unternehmen dies an – insbesondere in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten? Ein zentrales Motiv ist die betriebliche Fachkräftesicherung (Grafik):

Neun von zehn Unternehmen sind Vereinbarkeitsmaßnahmen wichtig, um qualifizierte Beschäftigte zu halten. Acht von zehn Unternehmen sehen diese Maßnahmen als geeignet an, um neue qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.

So viel Prozent der Unternehmen hielten bzw. halten familienfreundliche Maßnahmen aus diesen Gründen für (eher) wichtig Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Ebenfalls rund 80 Prozent der Unternehmen setzen auf familienfreundliche Maßnahmen, um dezidiert Mitarbeiter zu unterstützen, die Angehörige pflegen. In der Vorgängererhebung sagten dies erst 65 Prozent der Betriebe. Entsprechend mehr konkrete Unterstützungsangebote bieten die Unternehmen an: So können 2026 in annähernd 45 Prozent der Betriebe pflegende Beschäftigte Auszeiten nehmen, die über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen; 2023 war dies erst in 38 Prozent der Unternehmen möglich.

Jüngere Beschäftigte setzen Ansprüche stärker durch

Dass die Unternehmen mit ihrem familienfreundlichen Kurs die richtige Strategie verfolgen, zeigt ein Blick auf die jüngeren Beschäftigten. Deren Ansprüche sind in den Augen der Personalverantwortlichen mehrheitlich gestiegen, werden lauter artikuliert und stärker durchgesetzt als früher. So ist für jüngere Mitarbeiter orts- und zeitflexibles Arbeiten auch dann oft schon relevant, wenn sie noch gar keine Betreuungspflichten haben.

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