Der Informationsdienst
des Instituts der deutschen Wirtschaft

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Regionalpreisindex Lesezeit 2 Min.

Verbraucherpreise: Auf dem Land ist es günstiger

Die regionalen Preisunterschiede zwischen Stadt und Land blieben auch im Jahr 2024 bestehen. Die IW-Analyse zeigt zudem: Kurzfristige Faktoren wie eine hohe Inflation haben deutlich weniger Einfluss auf die Differenzen als strukturelle Gegebenheiten.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Verbraucherpreisindex in den sieben größten Städten Deutschlands lag im Jahr 2024 rund 11 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt.
  • Deutlich günstiger lebt es sich in ländlichen Kreisen, vor allem in dünn besiedelten Gebieten.
  • Der große Unterschiedstreiber im Warenkorb, aus dem der Verbraucherpreisindex gebildet wird, ist der Bereich Wohnen. Der größte Faktor ist dabei die Höhe der Miete.
Zur detaillierten Fassung

400 Kreise und kreisfreie Städte gibt es in Deutschland. Wie teuer das Leben dort jeweils ist, ermittelt das Institut der deutschen Wirtschaft seit 2022 gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumplanung. Im Jahr 2024 sind die Abstände zwischen Großstädten, Landkreisen und dünn besiedelten Gebieten konstant geblieben – trotz hoher Inflation hat sich damit in den vergangenen Jahren wenig an den Preisunterschieden geändert.

Besonders teuer ist es in den sieben größten Städten des Landes (Grafik):

Der Verbraucherpreisindex in den Metropolen lag im Jahr 2024 rund 11 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt.

Um so viel Prozent wichen die Verbraucherpreise im Jahr 2024 vom bundesweiten Durchschnitt ab Download: Grafik (JPG) herunterladen Grafik (EPS) herunterladen Tabelle (XLSX) herunterladen

Spitzenreiter bleibt München, in der bayerischen Landeshauptstadt lag das Preisniveau zuletzt happige 24 Prozent über dem Mittel.

Deutlich günstiger lebt es sich in ländlichen Kreisen. Vor allem in dünn besiedelten Gebieten liegen die Preise weit unter dem Durchschnitt. Der Vogtlandkreis in Sachsen ist die günstigste Region in Deutschland, hier zahlen Verbraucher 10 Prozent weniger als im Bundesmittel.

Die Miete ist der größte Einflussfaktor auf die regionalen Preisunterschiede in Deutschland.

Der große Unterschiedstreiber im Warenkorb, aus dem der Verbraucherpreisindex gebildet wird, ist der Bereich Wohnen. Bereits beim Heizen, Strom und Wasser sind die Differenzen zwischen den einzelnen Kategorien gravierend. Die Miete ist aber ein noch größerer Faktor:

In den sieben größten Städten Deutschlands liegen die Wohnungsmieten 48 Prozent über dem Bundesschnitt. In dünn besiedelten ländlichen Regionen beträgt der Preisvorteil fürs Wohnen dagegen 19 Prozent.

Das allgemeine Stadt-Land-Gefälle bei den Verbraucherpreisen hat strukturelle Ursachen: In den Großstädten sorgen eine hohe Nachfrage und überdurchschnittliche Einkommen weiterhin für ein erhöhtes Preisniveau. Dagegen dämpfen eine geringere Nachfrage, Abwanderungstendenzen und niedrigere Einkommen die Preise in den ländlichen Räumen.

Starke äußere Einflüsse wie die in den vergangenen Jahren wegen der Energiekrise hohe Inflation wirken sich dagegen bislang kaum auf die Preisunterschiede aus. Die Inflation hatte zwar direkte Auswirkungen auf die Preise vor Ort, wirkte aber flächendeckend im Bundesgebiet nahezu gleichermaßen.

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