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Urlaub bei Uncle Sam

Ausländische Besucher haben in den Euro-Krisenstaaten im vergangenen Jahr wieder mehr Geld ausgegeben als in den Vorjahren. Die höchsten Einnahmen aus dem Tourismus erzielten allerdings die USA. Beim Geldausgeben dagegen stehen die Deutschen ganz oben.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ausländische Besucher haben in den Euro-Krisenstaaten im vergangenen Jahr wieder mehr Geld ausgegeben als in den Vorjahren.
  • Die Bundesbürger gaben 2011 nahezu 61 Milliarden Euro für Auslandsreisen aus – mehr als jedes andere Volk.
  • In den USA ließen ausländische Touristen im vergangenen Jahr rund 84 Milliarden Euro – das waren rund 11 Prozent der weltweiten grenzüberschreitenden Reiseausgaben.
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So viele Milliarden Euro haben Reisende aus diesen Ländern 2011 im Ausland ausgegeben. Viele Menschen starten in diesen Tagen in den Sommerurlaub und die meisten zieht es wie immer ins Ausland. Das Fernweh ist allerdings in diesem Jahr größer denn je – der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) zufolge wird es 2012 weltweit erstmals über 1 Milliarde Urlaubsreisen über die Grenzen hinweg geben. Das wären 3 bis 4 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Mehr Gäste wären gerade für die südeuropäischen Krisenländer wichtig, denn deren Wirtschaft kann jeden Euro gebrauchen. Ohnehin spielt der Tourismus in diesen Staaten traditionell eine große Rolle.

Beispiel Griechenland: Nach einem deutlichen Minus in den vorangegangenen beiden Jahren gaben ausländische Reisende 2011 gut 9 Prozent mehr Geld in hellenischen Hotels, Cafés und Museen aus als 2010 – insgesamt 10,5 Milliarden Euro. Diese Summe reichte auf der internationalen Hitliste der Einnahmen aus dem Tourismus zwar nur für Platz 19, entsprach aber fast 5 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Zudem arbeiteten im vergangenen Jahr nach Angaben des World Travel & Tourism Council etwa 350.000 Menschen in der griechischen Tourismusbranche – das waren rund 9 Prozent aller Beschäftigten.

Auch Portugal konnte sich im Jahr 2011 mit 8,1 Milliarden Euro – umgerechnet 4,7 Prozent des BIP – über gut 7 Prozent höhere Ausgaben ausländischer Urlauber freuen als im Jahr zuvor. Damit versorgte der Tourismus fast 7 Prozent aller Beschäftigten in Portugal mit einem Job.

In Spanien und Italien spielen die Besucher für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt zwar eine weniger große Rolle. Im internationalen Vergleich der gesamten Touristen-Ausgaben liegen diese Staaten dennoch weit vorn (Grafik). So belegte Bella Italia 2011 Platz fünf – dort gaben ausländische Besucher knapp 31 Milliarden Euro aus. Spanien kam mit 43 Milliarden Euro sogar auf Platz zwei.

Unangefochtene Nummer eins waren allerdings die USA:

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ließen ausländische Touristen im vergangenen Jahr rund 84 Milliarden Euro – das waren rund 11 Prozent der weltweiten grenzüberschreitenden Reiseausgaben.

Deutschland erreichte mit fast 28 Milliarden Euro zwar „nur“ Rang sechs bei den Einnahmen. Dafür halten die Deutschen den Titel des Ausgaben-Weltmeisters:

Die Bundesbürger gaben 2011 nahezu 61 Milliarden Euro für Auslandsreisen aus – mehr als jedes andere Volk.

Hinter den zweitplatzierten Amerikanern belegen die Chinesen inzwischen schon Rang drei. Aber auch als Reiseziel hat sich das Reich der Mitte in den Top Ten etabliert.

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