Boots- und Yachtbau Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Unter vollen Segeln

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Bootswerften und Yachtbauer 1,5 Milliarden Euro umgesetzt – und damit ihr Ergebnis von 2010 weit übertroffen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im vergangenen Jahr haben die deutschen Bootswerften und Yachtbauer 1,5 Milliarden Euro umgesetzt.
  • Laut Exportstatistik haben deutsche Firmen im Jahr 2011 Boote und Yachten im Wert von 540 Millionen Euro ausgeführt.
  • Sorgen breitet derzeit der wichtige Absatzmarkt, im Mittelmeerraum, der unter der Schuldenkrise der südlichen EU-Länder leidet.
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Die heimischen Werften haben eine breite Palette von Wassersport- und Urlaubsfahrzeugen im Angebot, von der kleinen Jolle und dem stark motorisierten Festrumpfschlauchboot über veritable Segelyachten und Motorboote bis hin zu mehr als 100 Meter langen Luxusschiffen für Ölscheichs und russische Milliardäre. In der Fertigung der großen und kleinen Kähne waren im deutschen Schiff- und Bootsbau im vergangenen Jahr 4.241 Personen beschäftigt (Grafik).

Neben den klassischen Schiffen fertigt die Branche mit ihren 15 Betrieben aber auch Hausboote für Binnengewässer und – ein neues Produkt – „Floating Houses“: Das sind zum Beispiel Wasser-Ferienhäuser für die Leipziger Seenplatte und schwimmende Luxusvillen für Berlin oder Hamburg. Generell liefern die Hersteller in alle Welt:

Laut Exportstatistik haben die deutschen Firmen im Jahr 2011 Boote und Yachten für 540 Millionen Euro ausgeführt.

Die deutsche Yachtindustrie ist dabei keineswegs nur an der Küste zu Hause – der größte europäische Anbieter von Segelbooten bis 17 Metern Länge produziert im bayerischen Giebelstadt. Während Megayachten auf Werften in Hamburg, Bremen oder Kiel entstehen, ist die Nummer zwei der Segelboothersteller im vorpommerschen Greifswald angesiedelt. Aus Mecklenburg-Vorpommern stammen auch viele Hausboote.

Der Schiff- und Bootsbau profitiert momentan – ähnlich wie die Baubranche – vom Misstrauen vieler Menschen in die Finanzwirtschaft: Wer größere Ersparnisse hat und schon länger mit einer Yacht liebäugelte, gibt sich nun eher einen Ruck, sein Geld auszugeben, statt es – womöglich unsicher – anzulegen. Dies berichteten Experten Ende Januar auf der Messe „Boot 2012“ in Düsseldorf.

Sorgen bereitet der Branche derzeit der wichtige Absatzmarkt im Mittelmeerraum, der unter der Schuldenkrise der südlichen EU-Länder leidet. Denn selbst wenn die Griechen nicht gleich aus finanzieller Not heraus zur Piraterie übergehen: Sollte die Hilfe aus Brüssel ausbleiben, dürfte das den Yachttourismus in der Urlaubsregion stark beeinträchtigen.

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