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Unis mit Dachschaden

In den Erhalt der Hochschulgebäude wird seit vielen Jahren zu wenig investiert. Allein zwischen 2008 und 2012 ist bei 71 Universitäten ein Sanierungsrückstand von mehr als 3 Milliarden Euro aufgelaufen.

Kernaussagen in Kürze:
  • In den Erhalt der Hochschulgebäude wird seit vielen Jahren zu wenig investiert.
  • Seit der Föderalismusreform fehlt eine bundesweite Übersicht zum Investitionsbedarf, denn der Hochschulbau wurde – abgesehen von Großbauten für die Forschung – zur alleinigen Ländersache.
  • Der an den 71 untersuchten Hochschulen ermittelte Instandsetzungsbedarf summierte sich zwischen 2008 und 2012 auf 8,3 Milliarden Euro.
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In Düsseldorf tropft es in die Seminarräume, in Regensburg wurde der Uni-Rektor nur knapp von herunterfallenden Fassadenteilen verfehlt. Dies sind nur einige Beispiele der bundesweiten Mängel an Uni-Gebäuden. Vor allem die Hochschulexpansion der 1960er und 1970er Jahre brachte zahlreiche Einrichtungen hervor, die mittlerweile dringend sanierungsbedürftig sind.

Allerdings ist völlig unklar, wie viel Geld notwendig wäre, damit die 400 Hochschulen in Deutschland wieder in Ordnung gebracht werden können. Seit der Föderalismusreform fehlt eine bundesweite Übersicht zum Investitionsbedarf, denn der Hochschulbau wurde – abgesehen von Großbauten für die Forschung – zur alleinigen Ländersache.

Bundesweit liefern müssen die Länder seitdem nur Daten über die Bauinvestitionen, die sie mit Kompensationsmitteln finanzieren. Das sind jene 695,3 Millionen Euro, die ihnen der Bund jedes Jahr als Ausgleich für das Ende des gemeinsamen Hochschulbaus gewährt.

In einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) wurde nun erstmals versucht, den Bau- und Instandsetzungsbedarf an den Universitäten zu beziffern (Grafik):

Der an den 71 untersuchten Hochschulen ermittelte Instandsetzungsbedarf summierte sich zwischen 2008 und 2012 auf 8,3 Milliarden Euro.

Ausgegeben wurden allerdings nur 5,2 Milliarden Euro, sodass sich eine Unterfinanzierung von 3,1 Milliarden Euro ergibt.

Neben dem Geldmangel gibt es ein weiteres Problem: Seit Anfang 2014 ist die Zweckbindung für den Hochschulbau entfallen. Zwar müssen die vom Bund beigesteuerten Kompensationsmittel investiv eingesetzt werden, aber das könnte theoretisch auch im Brückenbau sein. Ähnlich dürfte es mit den Bafög-Geldern laufen, die der Bund ab kommendem Jahr übernimmt. Einige Bundesländer haben bereits angekündigt, das eingesparte Bafög nicht in die Hochschulen zu investieren, sondern in Kitas und Schulen.

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