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Ungenutzte Potenziale

Kauffrau und Arzthelferin sind immer noch die beliebtesten Ausbildungsberufe junger Frauen – obwohl Kampagnen wie der Girls‘ Day seit Jahren versuchen, das Berufsspektrum der Mädchen – und inzwischen auch der Jungen – zu erweitern.

Kernaussagen in Kürze:
  • Mehr als die Hälfte der weiblichen Auszubildenden war im Jahr 2010 auf nur zehn Ausbildungsberufe verteilt.
  • Von den Studienanfängern in Mathematik und Naturwissenschaften waren im Wintersemester 2011/2012 nur 37 Prozent weiblich, in den Ingenieurwissenschaften nur 21 Prozent.
  • In den Sprach- und Kulturwissenschaften hingegen betrug der Frauenanteil 70 Prozent.
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Am 26. April findet zum zwölften Mal der Zukunftstag für Mädchen und zum zweiten Mal der für Jungen statt. Er soll die 10- bis 15-Jährigen motivieren, neue Pfade bei der Berufswahl zu beschreiten. Denn:

  1. Bei den Jungen ist keiner der 20 beliebtesten Ausbildungsberufe aus dem sozialen, erzieherischen oder pflegerischen Bereich.
  2. Bei den Mädchen sind technische Berufe wenig gefragt. Nach wie vor beliebt sind die Kauffrau im Einzelhandel, Bürokauffrau und medizinische Fachangestellte.

Meist in Büro und Praxis

Mehr als die Hälfte der weiblichen Auszubildenden war im Jahr 2010 auf nur zehn Ausbildungsberufe verteilt.

Kein Einziger davon ist ein technischer Beruf. Dabei benötigen Elektroinstallateure, Rohrinstallateure, Fräser und viele andere Gewerke qualifizierten Nachwuchs. Von den zehn Berufen mit dem größten Engpass am Arbeitsmarkt wird nur die Ausbildung zur Krankenschwester von den jungen Frauen nachgefragt.

An der Uni sieht es in puncto Technikaffinität nicht viel anders aus:

Von den Studienanfängern in Mathematik und Naturwissenschaften waren im Wintersemester 2011/2012 nur 37 Prozent weiblich, in den Ingenieurwissenschaften nur 21 Prozent.

In den Sprach- und Kulturwissenschaften hingegen betrug der Frauenanteil 70 Prozent. Dabei haben Geisteswissenschaftlerinnen schlechtere Einkommens- und Karriereperspektiven als Maschinenbau- oder Elektroingenieurinnen, deren gute Einkommenschancen von Frauen längst nicht ausreichend genutzt werden.

Dabei sind Jungen und Mädchen in Mathe und Co. fast gleich clever:

  1. Beim PISA-Leistungstest 2009 erreichten die Mädchen in den naturwissenschaftlichen Kategorien 518 Punkte und die Jungen 523.
  2. In der Mathematik schnitten die Jungen zwar im Durchschnitt etwas besser ab als die Mädchen. Diese erzielten aber mit durchschnittlich 505 Punkten in der Mathematik Werte, die über dem Durchschnitt der Leistungen der Mädchen in der OECD lagen.

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