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Ungelernte wollen’s wissen

Im vergangenen Jahr haben sich insgesamt 51 Prozent der Bundesbürger im Alter von 18 bis 64 Jahren weiterqualifiziert – so viele wie nie zuvor. Vor allem Beschäftigte mit geringer Qualifikation oder befristeten Arbeitsverträgen haben sich häufiger neues Wissen angeeignet als in früheren Jahren.

Kernaussagen in Kürze:
  • Erwachsene in Deutschland erwerben neues Know-how zu 70 Prozent im Rahmen der betrieblichen Weiterbildung.
  • Im Jahr 2014 nahmen 69 Prozent der Führungskräfte und 58 Prozent der Fachkräfte an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil, aber nur 37 Prozent der An- und Ungelernten.
  • Gegenüber 2012 hat allerdings die Weiterbildungsbeteiligung umso stärker zugenommen, je geringer das Qualifikationsniveau ist.
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Wie aus der aktuellen Befragung von 3.100 Personen im Rahmen des „Adult Education Survey“ zum Thema Weiterbildungsverhalten hervorgeht, wird neues Know-how meis­tens im Rahmen der betrieblichen Weiterbildung erworben – nämlich zu 70 Prozent. Zur betrieblichen Weiterbildung zählen alle Maßnahmen, die die Unternehmen ganz oder teilweise finanzieren.

Weitere 13 Prozent machten Weiterbildungsaktivitäten aus, die zwar mit dem Beruf zu tun haben, von den Teilnehmern aber vollständig selbst bezahlt werden. Auf die nicht berufsbezogene Weiterbildung entfallen 17 Prozent aller Aktivitäten.

Blickt man nur auf die betriebliche Weiterbildung, zeigen sich zunächst wenig überraschende Unterschiede (Grafik):

Im Jahr 2014 nahmen 69 Prozent der Führungskräfte und 58 Prozent der Fachkräfte an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil, aber nur 37 Prozent der An- und Ungelernten.

Verglichen mit der Befragung aus dem Jahr 2012 hat die Weiterbildungsbeteiligung allerdings umso stärker zugenommen, je geringer das Qualifikationsniveau ist. So ist der Anteil der An- und Ungelernten, die sich neues betriebliches Wissen angeeignet haben, um 7 Prozentpunkte gestiegen – im Hinblick auf die beruflichen Chancen dieser Gruppe ein sehr positiver Trend. Bei den Fachkräften legte der Anteil der Weiterbildungsteilnehmer um 4 Prozentpunkte zu, bei den Führungskräften blieb er in etwa konstant.

Eine weitere erfreuliche Entwicklung ist, dass zuletzt auch deutlich mehr Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen haben – der Anteil stieg von 46 Prozent im Jahr 2012 auf 54 Prozent im Jahr 2014. Er lag damit zuletzt sogar leicht über der Beteiligungsquote der unbefristet Beschäftigten. Dies widerlegt offenbar die verbreitete Ansicht, dass befristete Mitarbeiter schlechtere Chancen hätten, ihre Qualifikation im Rahmen betrieblicher Schulungen und Seminare zu erhöhen.

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