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Unbegründete Ängste

Es ist ein Klischee, aber es bestätigt sich doch immer wieder: In Sachen Geld sind die Deutschen Sicherheitsmenschen. Aktuell machen sie sich Sorgen, dass die Rettungsaktionen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer drastischen Inflation führen könnten – zugleich befürchten sie aber auch das Gegenteil: Deflation.

Kernaussagen in Kürze:
  • Es ist ein Klischee, aber es bestätigt sich doch immer wieder: In Sachen Geld sind die Deutschen Sicherheitsmenschen.
  • Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen 2013 um 1,5 Prozent – dies ist etwas weniger als im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2013.
  • Die Verbraucher wurden aber auch entlastet: Preisrückgänge gab es zum Beispiel bei Telekommunikationsdienstleistungen und Unterhaltungselektronik.
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Dass die Bundesbürger chronisch Angst vor einem Wertverfall des Geldes haben, erklären Historiker mit der Hyperinflation vor 90 Jahren – eine Erfahrung, die sich ins Bewusstsein eingebrannt hat. Für diese Sorge gibt es derzeit anscheinend sogar konkrete Anlässe: In vielen Ländern sind die Produktions­kapazitäten nicht ausgelastet, das lässt die Preise kaum noch steigen. Wenn die Konsumenten dann auf sinkende Preise spekulieren, bremst dies die Wirtschaft zusätzlich aus und es kommt zu einem Teufelskreis aus fallenden Preisen und fallender wirtschaftlicher Aktivität.

Mit Blick auf die Fakten müssen die Deutschen derzeit aber weder eine hohe Inflation noch eine Deflation fürchten (Grafik).

Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen 2013 um 1,5 Prozent – dies ist etwas weniger als im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2013.

Damit ist die Inflationsrate weit entfernt von der Nulllinie, also vom Deflationsbereich. Sie liegt aber auch nicht über der 2-Prozent-Marke, ab der von einer verstärkten Inflation die Rede ist. Zwischen 0 und 2 Prozent herrscht Preisstabilität.

In den Jahren 2011 und 2012 lag die Inflationsrate in Deutschland mit jeweils rund 2 Prozent genau an dieser Schwelle. Die steigenden Ener­giepreise hatten die Teuerung seinerzeit deutlich nach oben getrieben – 2011 um einen Prozentpunkt, 2012 um einen halben Prozentpunkt.

Im vergangenen Jahr wurde die Inflationsrate aber kaum von großen Energiepreisschwankungen beeinflusst. Öl und Strom verteuerten sich zusammen nur durchschnittlich – aufgrund der rückläufigen Heizöl- und Kraftstoffpreise. Die Strompreise allein zogen allerdings wegen der EEG-Umlage um satte 11,9 Prozent an.

Nicht ganz so drastisch, aber deutlich überdurchschnittlich war die Teuerung auch bei Lebensmitteln – für sie mussten 2013 rund 4 Prozent mehr bezahlt werden als noch 2012. Aufgrund einer schlechten Ernte legten beispielsweise die Preise für Kartoffeln um nahezu 30 Prozent zu, die für Äpfel um 15 Prozent.

Die Verbraucher wurden aber auch entlastet: Preisrückgänge gab es zum Beispiel bei Telekommunikationsdienstleistungen und Unterhaltungselektronik. Auch die Abschaffung der Praxisgebühr entlas­tete das Konto der Konsumenten.

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