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Umstrittenes Fracking

In den USA werden mittels Fracking große Mengen an Schiefergas und -öl gefördert. In Deutschland wird die umstrittene Methode der Energiegewinnung bislang nicht angewendet – die Bundesregierung arbeitet jedoch an einer gesetzlichen Regelung.

Kernaussagen in Kürze:
  • In den USA werden mittels Fracking große Mengen an Schiefergas und -öl gefördert.
  • Allein die Gasproduktion der USA hat sich zwischen 2000 und 2013 um mehr als ein Viertel auf fast 690 Milliarden Kubikmeter erhöht.
  • Die Bundesregierung will das Erdgas-Fracking nach der Sommerpause gesetzlich regeln.
Zur detaillierten Fassung

Die Vereinigten Staaten setzen Fracking kommerziell seit 2005 ein und fördern damit so viel fossile Energie wie seit Jahrzehnten nicht mehr (Grafik):

Allein die Gasproduktion der USA hat sich zwischen 2000 und 2013 um mehr als ein Viertel auf fast 690 Milliarden Kubikmeter erhöht.

Da die USA die durch Fracking erzeugten Energiemengen zunächst nicht exportierten, sondern selbst nutzten, wurden die US-Verbraucher spürbar entlastet (Grafik):  
Der Gaspreis hat sich zwischen 2008 und 2013 mehr als halbiert. In Deutschland ist der Preis für Gas im selben Zeitraum nur wenig gesunken – zuletzt lag er fast beim Dreifachen des amerikanischen Preises.

Angesichts steigender Energiepreise und einer zunehmenden Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland stellt sich auch hierzulande die Fracking-Frage. Bislang gilt allerdings eine Art Moratorium für entsprechende Bohr- und Fördergenehmigungen – es darf also derzeit nicht gebohrt werden.

Dabei würde sich das lohnen: Unter deutschen Böden vermutet die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe 1.300 Milliarden Kubikmeter Schiefergas. Das Volumen, das jedoch nicht bestätigt ist, würde reichen, den heimischen Verbrauch für gut 13 Jahre zu decken.

Doch viele Bürger stehen dem Fracking skeptisch gegenüber. Da bei der Förderung von Schiefergas und -öl giftige Chemikalien zum Einsatz kommen, fürchtet man Umweltbeeinträchtigungen wie verunreinigtes Grundwasser.

Die Bundesregierung will das Erdgas-Fracking nach der Sommerpause gesetzlich regeln. Momentan bereitet das Bundeswirtschaftsminis­terium eine Änderung der „Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorgaben“ vor. Das Ministerium will im Zuge der geplanten Änderungen die Anforderungen an die Fracking-Technologie verschärfen. So sollen keine umwelttoxischen Substanzen beim Fracking auf deutschem Boden eingesetzt werden dürfen.

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