Tagesmütter Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Trend zur Zweitmami

Der Kindertagespflege kommt beim Ausbau der Betreuungs­angebote für Kinder unter drei Jahren eine wichtige Rolle zu: 30 Prozent der Betreuungsplätze sollen bei Tagesmüttern oder Tagesvätern entstehen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Kindertagespflege bekommt eine wichtige Rolle zugewiesen: 30 Prozent der Betreuungsplätze sollen bei Tagesmüttern oder Tagesvätern entstehen.
  • Anfang März 2012 gab es nur 43.400 öffentlich geförderte Tagesmütter und -väter.
  • Zuletzt verfügten 93 Prozent der öffentlich geförderten Tagesmütter und -väter über eine fachpädagogische Ausbildung und/oder einen Qualifizierungskurs, 2007 waren es erst 77 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

In vier Monaten können Eltern einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz für ihr ein- oder zweijähriges Kleinkind bei den Kommunen einklagen. Während sich die Fachleute darüber streiten, ob eine Klage­welle auf das Land zurollt oder ob die frustrierten Eltern ihre Energie lieber in die Weitersuche stecken, versucht die Politik, die fehlenden Betreuungsplätze aus dem Boden zu stampfen – im November 2012 bezifferte das Statistische Bundesamt die Lücke auf 220.000 Plätze.

Exakt 30 Prozent davon sollen in der Tagespflege entstehen – also bei Tagesmüttern und -vätern, die die Kleinen oft in der eigenen Wohnung umsorgen. Zieht man diesen Maßstab heran, fehlten Ende 2012 noch etwa 80.000 Plätze bei Tageseltern.

Anfang März 2012 gab es aber erst 43.400 öffentlich geförderte Tagesmütter und -väter – nur diese gehen in die Statistik ein. Sie betreuten rund 88.000 Kinder unter drei Jahren, das ist jedes sechste betreute Kind dieser Altersgruppe. Allerdings unterscheiden sich die Betreuungsquoten je nach Bundesland stark: In Sachsen-Anhalt waren 2012 nicht mal 2 Prozent der fremdbetreuten Kleinkinder in der Obhut von Tageseltern, in Nordrhein-Westfalen dagegen fast 30 Prozent.

Während der Ruf nach einer akademischen Ausbildung für Erzieher immer lauter wird, verlangt dies für Tageseltern bislang kaum jemand. Tatsächlich gibt es nicht einmal Vorgaben, welches Bildungsniveau in der Tagespflege nötig ist (Kasten). Gleichwohl ist das Qualifikationsniveau der Tageseltern in den vergangenen Jahren gestiegen (Grafik):

Zuletzt verfügten 93 Prozent der öffentlich geförderten Tagesmütter und -väter über eine fachpädagogische Ausbildung und/oder einen Qualifizierungskurs, 2007 waren es erst 77 Prozent.

Der Anteil derjenigen, die über einen fachpädagogischen Abschluss verfügen, hat sich in den vergangenen Jahren wenig verändert. Er liegt nach wie vor bei einem Drittel. Die Mehrheit der Tagespflegeeltern beschränken ihre Qualifikationsbemühungen auf den Besuch eines Kurses, der mitunter nur 30 Stunden umfasst. Das mag man angesichts der gestiegenen Anforderungen an die frühkindliche Bildung bedauern, es muss aber kein Manko sein, wie die gerade erschienene Nubbek-Studie zeigt: Die „Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit“ kommt zu dem Ergebnis, dass die pädagogische Qualität, die der Nachwuchs bei einer Tagesmutter erfährt, gleichwertig zu der in einer Kindertages­einrichtung sein kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de