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Trend zum Grundbesitz

Immer mehr Bundesbürger wohnen in den eigenen vier Wänden. Das liegt vor allem an der demografischen Entwicklung.

Kernaussagen in Kürze:
  • Immer mehr Bundesbürger wohnen in den eigenen vier Wänden.
  • Der Anteil der Wohnungen und Häuser, die von den Eigentümern selbst genutzt werden, ist von knapp 42 Prozent im Jahr 2006 auf fast 46 Prozent im Jahr 2010 gestiegen.
  • Im internationalen Vergleich besitzen relativ wenige Bundesbürger ein Haus oder eine Wohnung.
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Dem Lockruf des Bausparfuchses folgen die Deutschen in jüngster Zeit offenbar nur allzu gern – dies legen jedenfalls die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamts nahe. Demnach lebten im Jahr 2010 in den rund 36 Millionen bewohnten Wohnungen in Deutschland schon annähernd genauso viele Eigentümer wie Mieter (Grafik):

Der Anteil der Wohnungen und Häuser, die von den Eigentümern selbst genutzt werden, ist von knapp 42 Prozent im Jahr 2006 auf fast 46 Prozent im Jahr 2010 gestiegen.

Im Saarland war der Trend zur Eigentumswohnung oder zum eigenen Haus am stärksten – dort stieg die Eigentumsquote innerhalb von vier Jahren von rund 55 auf fast 64 Prozent. Aber auch in Brandenburg und Niedersachsen legte die Quote überdurchschnittlich stark zu.

Zwar besitzen im EU-Vergleich noch immer verhältnismäßig wenige Bundesbürger ein Haus oder eine Wohnung – in Großbritannien etwa lag die Eigentumsquote zuletzt bei mehr als 66 Prozent, in Italien bei 80 Prozent und in Ungarn sogar bei 93 Prozent.

Dennoch ist der Trend hin zu den eigenen vier Wänden in Deutschland so markant, dass es dafür gute Gründe geben muss. Einer davon ist das sehr niedrige Zinsniveau – in den vergangenen Monaten kosteten Hypothekendarlehen zum Teil weniger als 3 Prozent. Kaufen statt mieten, hieß deshalb für viele die Devise – zumal die Preise für Immobilien in der Bundesrepublik bis vor zwei Jahren kaum gestiegen sind.

Vor allem aber treibt wohl der demografische Wandel die Eigentumsquote hierzulande nach oben – und zwar auf zwei Wegen. Zum einen steigt die Zahl der Älteren, die sich öfter als jüngere Leute den Traum vom eigenen Zuhause erfüllen können. Zum anderen nimmt auch unter den älteren Bundesbürgern die Wohneigentumsquote seit Jahren kontinuierlich zu. So wohnte zuletzt nur ein Drittel aller Haushalte, in denen der Haupteinkommensbezieher jünger als 50 Jahre war, im Eigenheim oder in einer Eigentumswohnung. Bei den über 50-jährigen Hauptverdienern lag die Quote dagegen bei 55 Prozent.

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