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Teurer Transfer zum Training

Joggen, radeln, kicken: Fast 88 Milliarden Euro ließen sich die Deutschen im Jahr 2010 die Wonnen der Körperertüchtigung kosten – entweder indem sie selbst aktiv waren oder weil sie für ihr Interesse am Sport Geld ausgaben.

Kernaussagen in Kürze:
  • Joggen, radeln, kicken: Fast 88 Milliarden Euro ließen sich die Deutschen im Jahr 2010 die Wonnen der Körperertüchtigung kosten.
  • Deutsche Privathaushalte gaben 2010 fast 26 Milliarden Euro für die An- und Abreise zum Trainings- oder Sportplatz aus.
  • Um Sportveranstaltungen zu verfolgen oder seinen Lieblingsverein anderweitig zu unterstützen, gaben die Haushalte fast 10 Milliarden Euro aus.
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Es klingt absurd, ist aber so: Von dem Geld, das aktive Sportler in ihre schweißtreibenden Leidenschaften investieren, wandert laut einer Untersuchung des sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Mainz das meiste nicht etwa ins Equipment oder Training, sondern geht für die Fahrten vom und zum Sport drauf (Grafik):

Deutsche Privathaushalte gaben 2010 fast 26 Milliarden Euro für die An- und Abreise zum Trainings- oder Sportplatz aus.

Damit steckten die Sportler jeden dritten Euro ihres Budgets in Aufwendungen für Fahrten. Neue Sportschuhe und -kleidung dagegen kosteten die Deutschen 2010 lediglich 10 Milliarden Euro. Auch die jährlichen Vereinsbeiträge und Eintrittsgelder von 8,5 Milliarden Euro sind im Vergleich zu den Fahrtkosten ein kleiner Posten.

Rund die Hälfte der Erwachsenen sowie ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland treiben regelmäßig Sport. Die über 16-Jährigen favorisieren den Radsport, das Laufen und Schwimmen; Jüngere trifft man am häufigsten auf dem Fußballplatz. Um diese Hobbys aktiv auszuüben, gaben die Deutschen im Jahr 2010 mindestens 78 Milliarden Euro aus. Weil teure Konsumgüter wie Sportboote, Motorsportfahrzeuge oder Sportpferde in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt worden sind, dürften die tatsächlichen Gesamtausgaben sogar noch um einiges höher ausfallen.

Zudem ziehen Großereignisse wie die Tischtennis-Weltmeisterschaft im März dieses Jahres in Dortmund oder die Olympischen Sommerspiele ab Ende Juli in London auch und gerade die passiven Sportliebhaber in ihren Bann – sprich in die Wettkampfhallen und Stadien. Die­se Gruppe lässt sich ihr Zuschauervergnügen einiges kosten:

Um Sportveranstaltungen zu verfolgen oder um seinen Lieblingsverein anderweitig zu unterstützen, gaben die Haushalte 2010 fast 10 Milliarden Euro aus.

Den mit 4 Milliarden Euro größten Teil investierten die Passivsportler in Eintrittskarten, weitere 2 Milliarden in Kost und Logis.

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