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Teuer Wohnen

Vor allem in Ballungszentren wird es für Otto Normalverbraucher immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Besonders betroffen sind Studenten, die es zum Studium in die Städte zieht. Die Mieten für Studentenwohnungen steigen auch künftig weiter und belasten das knappe Budget der jungen Leute.

Kernaussagen in Kürze:
  • Vor allem in Ballungszentren wird es für Otto Normalverbraucher immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden.
  • Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigen, dass Studenten im Jahr 2012 im Schnitt erstmals mehr als 300 Euro für die Miete inklusive Nebenkosten hinlegen mussten.
  • Es sollten noch mehr Wohnheime gebaut werden – zum Beispiel durcheine stärkere Nutzung der Mittel aus der sozialen Wohnraumförderung.
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Wer in München eine Wohnung mieten möchte, muss im Schnitt mit einer Kaltmiete von 13,30 Euro pro Quadratmeter rechnen. In Frankfurt am Main zahlen Neumieter immerhin 12,30 Euro und in Hamburg 11,10 Euro. Im Vergleich zum deutschen Durchschnitt von 6,30 Euro müssen Mieter in den Großstädten also fast doppelt so viel zahlen.

Besonders hart treffen die steigenden Mieten Studenten, denn gerade in den Groß- und Universitätsstädten gibt es für sie immer weniger bezahlbaren Wohnraum. Bereits jetzt geben Studenten knapp ein Drittel ihres Monatsbudgets für die Miete plus Nebenkosten aus. Laut Deutschem Studentenwerk sind die Kosten von 2006 bis 2009 um rund 6 Prozent gestiegen (Grafik):

Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigen, dass Studenten im Jahr 2012 im Schnitt erstmals mehr als 300 Euro für die Miete inklusive Nebenkosten hinlegen mussten.

In den kommenden Jahren werden die Kosten für die Bude weiter steigen – gerade in den Ballungszentren spitzt sich die Situation zu. Problematisch sind auch die doppelten Abiturjahrgänge, da dadurch noch mehr Konkurrenten auf den Wohnungsmarkt strömen.

Im Wintersemester 2011/2012 waren rund zwei Millionen Studenten an den deutschen Universitäten eingeschrieben. Davon suchte rund eine Million eine Wohnung. Insgesamt leben 27 Prozent der Studenten in Wohngemeinschaften oder zur Untermiete und 37 Prozent in einer Wohnung alleine oder mit dem Partner. Gut 36 Prozent leben in Wohnheimen oder bei den Eltern.

Im Kampf gegen die Wohnungsnot lassen sich die Kommunen allerhand einfallen. In Freiburg etwa bilden Studenten und Senioren Wohngemeinschaften. Die Studenten profitieren von einer geringen Miete, im Gegenzug unterstützen sie die Senioren einige Stunden pro Monat im Haushalt. Diese Modellprojekte können auch auf Familien übertragen werden, bei denen die Studenten die Kinder betreuen oder ihnen Nachhilfe geben.

Daneben sollte der Umbau leerer kommunaler Gebäude – wie Kasernen – zu Wohnraum weiter gefördert werden. Die Chancen stehen gut, denn immer mehr private Investoren entdecken den Markt für Studentenwohnungen für sich. Außerdem sollten noch mehr Wohnheime gebaut werden – zum Beispiel durch eine stärkere Nutzung der Mittel aus der sozialen Wohnraumförderung.

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