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Technikfreunde im Vorteil

Die Bundesbürger können sich für ihre Löhne und Gehälter heute im Schnitt mehr Güter leisten als zu Beginn der 1990er Jahre. Vor allem Fernseher, Computer etc. sind inzwischen wesentlich schneller verdient.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Bundesbürger können sich für ihre Löhne und Gehälter heute im Schnitt mehr Güter leisten als zu Beginn der 1990er Jahre.
  • Im Jahr 2012 konnte ein westdeutscher Arbeitnehmer mit seinem Nettoverdienst durchschnittlich 9 Prozent mehr Güter erwerben als 1991.
  • Heute muss man für einen neuen Flachbildfernseher nur rund 28 Stunden arbeiten – Anfang der 1990er Jahre waren es fast 78 Stunden.
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Viele Arbeitnehmer in Deutschland können zufrieden sein: Die diesjährige Tarifrunde hat in mehreren Branchen schon ordentliche Gehaltszuwächse beschert. Damit dürfte sich der Trend fortsetzen, dass sich die Bundesbürger im Laufe der Zeit für ihren Arbeitslohn immer mehr leisten können:

Im Jahr 2012 konnte ein westdeutscher Arbeitnehmer mit seinem Nettoverdienst durchschnittlich 9 Prozent mehr Güter erwerben als 1991.

Je nachdem, welche Produkte die Deutschen konsumieren, hat sich die Kaufkraft allerdings recht unterschiedlich entwickelt (Grafik). So sind viele Lebensmittel günstiger geworden – z.B. Butter und Schweinekoteletts. Wer aber Kabeljau mag, muss für 1 Kilogramm heute im Schnitt 10 Minuten länger arbeiten als 1991. Der Grund: Die geschrumpften Bestände haben die Fischpreise nach oben getrieben.

Teurer geworden sind auch manche Dienstleistungen wie der Friseurbesuch – nicht zuletzt deshalb, weil bei handwerklichen Leistungen meist kaum Produktivitätssteigerungen möglich sind.

Wer dagegen auf Unterhaltungselektronik steht, kann sich über ein großes Kaufkraftplus freuen:

Heute muss man für einen neuen Flachbildfernseher nur rund 28 Stunden arbeiten – Anfang der 1990er Jahre war ein Röhrengerät erst nach fast 78 Stunden verdient.

Allerdings sind die aktuellen Geräte kaum noch mit denen zu vergleichen, die vor gut 20 Jahren angeboten wurden. Welche Quantensprünge die Technik gemacht hat, zeigen vor allem die PCs. Zwar würde ein Rechner mit dem Qualitätsstandard von 1995 heute nur gut dreieinhalb Stunden Arbeit kosten – gegenüber 131 Stunden im Jahr 1991. Doch ein Computer mit der damaligen Ausrüstung wäre mit den heutigen anspruchsvollen Programmen vollends überfordert.

Aus demselben Grund ist auch bei Handys und Festnetztelefonen ein längerfristiger Kaufkraftvergleich schwierig. Klar ist immerhin: Für ein Smartphone der Einsteigerklasse muss ein Arbeitnehmer heute im Schnitt knapp 10 Stunden schuften. Hätte man ein solches Gerät bereits Mitte der 1990er Jahre herstellen können, wäre für den Kauf der Verdienst von annähernd 100 Stunden nötig gewesen.

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