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Surfen am Arbeitsplatz als digitale Zigarettenpause

Viele Bundesbürger sind auch am Arbeitsplatz privat im Internet unterwegs. Das hat Auswirkungen auf die Unternehmen – nur welche?

Kernaussagen in Kürze:
  • Viele Arbeitnehmer surfen am Arbeitsplatz privat im Internet und bewegen sich damit in einer rechtlichen Grauzone.
  • Solange die Arbeit darunter nicht leidet, spricht aus ökonomischer Sicht nichts gegen die „digitale Zigarettenpause“.
  • Klare Regelungen in den Firmen helfen, Streitigkeiten um das private Surfen am Arbeitsplatz zu verringern.
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Ob zur Kommunikation, zum Spielen oder zum Shopping – die Bundesbürger sind immer länger online, wie eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zeigt (Grafik):

Junge Leute zwischen 21 und 30 Jahren verbringen mittlerweile fast 7 Stunden am Tag im Internet, die 31- bis 50-Jährigen immerhin noch 4,5 Stunden.

Auch am Arbeitsplatz wird gern und oft privat gesurft: Arbeitnehmer schreiben E-Mails an Freunde, suchen Kochrezepte, bestellen Schuhe.

Rechtlich bewegen sie sich dabei allerdings oft in einer Grauzone, denn nicht alle Unternehmen regeln das private Surfen am Arbeitsplatz eindeutig – die einen erlauben es ohne Einschränkung, die anderen verbieten es kategorisch.

Diese ambivalente Haltung resultiert daraus, dass die Unternehmen die Privatnutzung des Internets nicht kontrollieren können. Da es verboten ist, die Mitarbeiter permanent zu überwachen, bleibt vielen Arbeitgebern nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass ihre Mitarbeiter verantwortungsvoll mit den Weiten des World Wide Web umgehen.

Viele Arbeitnehmer surfen am Arbeitsplatz privat im Internet. Solange es sich in Grenzen hält, ist aus ökonomischer Sicht nichts dagegen einzuwenden.

Für viele Mitarbeiter ist das Surfen während der Arbeitszeit dagegen so etwas wie eine digitale Zigarettenpause. So gesehen, kann es sogar entspannend und leistungsfördernd sein, solange die Auszeit im Rahmen bleibt.

Aufgrund der immer stärkeren Vernetzung zwischen Privat- und Berufsleben haben viele Arbeitnehmer zudem die Erwartungshaltung, den betrieblichen Internetanschluss auch privat nutzen zu können.

Solange die Arbeit darunter nicht leidet, spricht aus ökonomischer Sicht nichts dagegen. Im Gegenteil: Im Internet können sich die Arbeitnehmer weiterbilden, politisch auf dem Laufenden bleiben und inspirieren lassen. Wahr ist aber auch:

Schon auf Platz drei der beliebtesten Aktivitäten im Netz liegt das Onlineshopping.

Welche Folgen die private Internetnutzung während der Arbeitszeit für die Volkswirtschaft hat, ist schwer abzuschätzen.

Klare Regelungen helfen

Auf der einen Seite gefährdet sie die Produktivität der Mitarbeiter und reduziert damit potenziell den Umsatz. Auf der anderen Seite lassen das Klicken von Werbung oder das Onlineshopping die Einnahmen anderer Betriebe steigen. Und nicht zuletzt hinterlassen die Internetnutzer mit ihrem digitalen Fußabdruck zahlreiche Daten, die Firmen auswerten können, um mit dem gewonnenen Wissen ihren Umsatz zu steigern.

Generell konsumieren die Verbraucher durch die steigende Internetnutzung mehr und schneller – mit insgesamt positiven volkswirtschaftlichen Effekten. Gleichwohl muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, wie es mit diesem Thema umgehen will. Klare Regelungen in den Firmen helfen jedenfalls, Streitigkeiten um das private Surfen am Arbeitsplatz zu verringern.

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