Geringqualifizierte Lesezeit 1 Min. Lesezeit 1 Min.

Südeuropa kriselt auch bei der Bildung

Nur wenige Länder in Europa haben so wenige unqualifizierte Arbeitskräfte wie Deutschland. Traurige Spitzenwerte erreichen dagegen die südeuropäischen Krisenländer, aber auch Frankreich – wo oft mehr als ein Drittel der Erwerbsbevölkerung keinen Berufsabschluss vorweisen kann.

Kernaussagen in Kürze:
  • Nur wenige Länder in Europa haben so wenige unqualifizierte Arbeitskräfte wie Deutschland.
  • Frankreich hat mit 28 Prozent eine doppelt so hohe Geringqualifizierten-Quote wie Deutschland.
  • Der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften ist ein Grund dafür, dass die betroffenen Länder im Süden Europas stärker unter der Wirtschaftsflaute leiden als Deutschland.
Zur detaillierten Fassung

Die Medien berichten derzeit immer wieder über die Situation arbeitsloser Akademiker in Südeuropa. Dabei geht unter, dass die Krisenstaaten ein ganz anderes, viel gravierenderes Problem haben – bis zu 70 Prozent ihrer Arbeitnehmer haben höchstens einen Realschulabschluss und keinerlei berufliche Ausbildung (Grafik). Anteil der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren mit maximal Sekundarstufe I

In Portugal z.B. gehören fast zwei Drittel aller 25- bis 64-Jährigen zur Gruppe der Geringqualifizierten, in Deutschland sind es nur 14 Prozent.

Frankreich hat mit 28 Prozent eine doppelt so hohe Geringqualifizierten-Quote wie Deutschland.

Der Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften ist ein Grund dafür, dass die betroffenen Länder im Süden Europas stärker unter der Wirtschaftsflaute leiden als Deutschland. Denn konjunkturelle Arbeitslosigkeit trifft Geringqualifizierte in weit stärkerem Maße als Fachkräfte – Letztere haben viele betriebs- und branchenspezifische Kenntnisse und können nach einer Entlassung relativ problemlos wieder neu eingestellt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de