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Studieren in Deutschland

Die Schulbildung der Eltern spielt eine erhebliche Rolle bei der Ausbildung der Kinder: Nach wie vor studieren Kinder aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil über das Abitur oder einen Hochschulabschluss verfügt, deutlich häufiger als Kinder mit Eltern ohne Hochschulabschluss.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Schulbildung der Eltern spielt eine erhebliche Rolle bei der Ausbildung der Kinder.
  • Laut OECD bestimmt das elterliche Bildungsniveau in allen Ländern die Studienbeteiligung maßgeblich.
  • Im Schnitt jobben heute 61 Prozent der Studenten während des Studiums, 2009 waren es noch 66 Prozent.
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Und das ist nicht nur in Deutschland so: Laut OECD bestimmt das elterliche Bildungsniveau in allen Ländern die Studienbeteiligung maßgeblich. In Deutschland ist immerhin eine leichte Veränderung festzustellen: Nahmen 2007 nur 19 von 100 Kindern aus Nicht-Akademikerfamilien ein Studium auf, waren es 2009 immerhin schon 23.

 

 

 

Die allgemeine Hochschulreife ebnet nach wie vor den Weg zur Alma Mater: An den deutschen Universitäten haben 96 Prozent der Studenten das Abi, an den Fachhochschulen 57 Prozent. Zwar hat die Kultusministerkonferenz 2009 beschlossen, dass auch Absolventen der Berufsausbildung ohne Abitur oder Fachhochschulreife die Hochschultüren offen stehen sollen, doch diesen unkonventionellen Weg gehen noch nicht viele. Im Jahr 2012 betrug der Anteil der Studenten ohne Hochschulreife gerade mal 1 Prozent; die Zahl der Studienanfänger, die weder über die allgemeine Hochschulreife noch über die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife verfügten, betrug 2010 immerhin 2 Prozent.

 

Wie viel Zeit ein Student mit Vorlesungen und Lernen verbringt, ist auch abhängig vom angestrebten Abschluss. Am meisten gebüffelt wird in den Staatsexamensstudiengängen, angehende Mediziner investieren durchschnittlich sogar 46 Wochenstunden in ihre Ausbildung. Studenten der Sozialwissenschaften gehen ihren studentischen Alltag dagegen mit 30 Stunden pro Woche deutlich lockerer an. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass die Studenten neben dem Studium meist noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen: Masterkandidaten jobben im Schnitt neun bis zehn Stunden die Woche, Bachelorstudenten zwischen sechs und acht Stunden. Und selbst die zeitlich durch das Studium recht eingespannten Staatsexamensanwärter arbeiten noch fünf Stunden pro Woche.

Sind beide Eltern Akademiker, ist die Kasse in der Regel gut gefüllt: Im Schnitt verfügen Studenten aus Elternhäusern, in denen beide Eltern studiert haben, über einen Monatsetat von fast 900 Euro. Zwar bekommt diese Studentengruppe selten Bafög, doch dafür decken die elterlichen Überweisungen zwei Drittel des Budgets. Am anderen Ende der Skala, bei den Studenten, die aus einfachen Verhältnissen stammen, tragen die Eltern nur gut ein Viertel zum monatlichen Lebensunterhalt bei. Deshalb ist dieser Nachwuchs meist auch häufiger auf einen Nebenjob angewiesen als Akademikerkinder.

Im Schnitt jobben heute 61 Prozent der Studenten während des Studiums, 2009 waren es noch 66 Prozent. Besonders beliebt sind Aushilfstätigkeiten im Büro, in der Fabrik oder in der Kneipe; auf Platz zwei landen die Jobs als studentische Hilfskraft an der Hochschule; jeder achte erwerbstätige Student gibt Nachhilfeunterricht. Viele arbeiten, um ihren Lebensstandard aufzubessern, bei Kindern aus Nicht-Akademikerfamilien spielt allerdings die Notwendigkeit, Geld zu verdienen, eine noch größere Rolle. Im Durchschnitt jobben Studenten aus bildungsnahen Elternhäusern nicht nur seltener, sie stecken auch weniger Stunden in die Arbeit als ihre Kommilitonen aus bildungsferneren Familien.

Hausarbeiten schreiben auf Hawaii, Credit-Points sammeln in Cambridge: Das Ausland lockt – und zwar deutlich häufiger als noch vor 20 Jahren. Damals ging noch nicht mal jeder Zehnte zum Studieren ins Ausland, heute schon fast jeder Fünfte.

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