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Strukturwandel als Chance

Um der Sogkraft der Metropolen etwas entgegenzusetzen, müssen die benachbarten Regionen ein innovationsfreundliches Umfeld mit hoher Lebensqualität schaffen. Am Beispiel des Rhein-Erft-Kreises lässt sich zeigen, wie das gelingen kann.

Kernaussagen in Kürze:
  • Der Rhein-Erft-Kreis ist in ein starkes Innovationsumfeld eingebettet – die dortigen Gemeinden beheimaten zusammen mit den benachbarten Städten und Kreisen allein 33 Hochschulen und neun Max-Planck-Institute.
  • Davon ausgehend sollte der Rhein-Erft-Kreis künftig seine Standortpolitik darauf richten, die Innovationsaktivität weiter zu stärken, Fachkräfte anzuziehen und die Attraktivität des Wohnorts zu erhöhen.
  • Zu all dem wurden bereits konkrete Projektideen erarbeitet, unter anderem soll die regionale Wirtschaftsförderung zu Projektworkshops einladen.
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Was die sogenannten Speckgürtel tun können, um sich dynamisch an den Strukturwandel anzupassen, hat die IW Consult am Beispiel des nord­rhein-westfälischen Rhein-Erft-Kreises untersucht. Die Voraussetzungen der Region für wirtschaftliche Erfolge sind gut (Grafik):

Der Rhein-Erft-Kreis ist in ein starkes Innovationsumfeld eingebettet – die dortigen Gemeinden beheimaten zusammen mit den benachbarten Städten und Kreisen allein 33 Hochschulen und neun Max-Planck-Institute.

Davon ausgehend sollte der Rhein-Erft-Kreis künftig eine Dreifachstrategie verfolgen:

1. Innovationsaktivität stärken. Mit der Digitalisierung und dem globalen Wettbewerb werden Innovationen für Unternehmen immer wichtiger. Die Region sollte daher Kooperationen zwischen Betrieben und Forschungseinrichtungen fördern und eine Informations- und Innovationsbörse etablieren, die Anlaufstelle für alle innovationsinteressierten Unternehmen im Kreis ist.

2. Fachkräfte anziehen. Damit es kluge Köpfe nicht nur in die Großstädte zieht, müssen die Unternehmen interessante, verantwortungsvolle Tätigkeiten und attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Die Region kann den Firmen aufzeigen, welche Optionen sie bei der Fachkräftesicherung wahrnehmen können.

3. Attraktivität des Wohnorts erhöhen. Hier braucht es integrierte Konzepte, die alle Aspekte der Lebensqualität berücksichtigen – von der Versorgung mit Kindertagesstätten bis hin zur Verkehrsanbindung.

Zu all dem wurden im Rahmen der Studie konkrete Projektideen für den Rhein-Erft-Kreis erarbeitet. So soll die regionale Wirtschaftsförderung zu Workshops laden, in denen sich Firmen und Forschungsinstitute kennenlernen und dann gemeinsame Projekte umsetzen. Auch ein Technologie- und Gründerzentrum ist angedacht. Und Wettbewerbe im Wohnungsbau sollen Kreativquartiere zum Wohnen und Arbeiten entstehen lassen, die kaufkräftige und junge Leute anziehen.

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