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Struktur bleibt fast unverändert

Im Jahr 2012 zahlten die Unternehmen des westdeutschen Produzierenden Gewerbes für einen Vollzeit-Arbeitnehmer im Durchschnitt erstmals mehr als 60.000 Euro. In Ostdeutschland ist das Kostenniveau noch immer um ein Drittel niedriger.

Kernaussagen in Kürze:
  • Im Jahr 2012 zahlten die Unternehmen des westdeutschen Produzierenden Gewerbes für einen Vollzeit-Arbeitnehmer im Durchschnitt erstmals mehr als 60.000 Euro.
  • In Ostdeutschland ist das Kostenniveau für einen Arbeitnehmer noch immer um ein Drittel niedriger.
  • Die Jahresverdienste der Arbeitnehmer legten um 2,9 Prozent zu – was ihnen auch nach Abzug des Preisanstiegs ein Lohnplus von knapp 1 Prozent bescherte.
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Nach dem kräftigen Auf und Ab in den Vorjahren ging es 2012 in der deutschen Wirtschaft ruhig zu – das reale Bruttoinlandsprodukt wuchs nur um 0,7 Prozent. Entsprechend wenig tat sich auch bei der Arbeitskostenstruktur (Grafik):

  1. Westdeutschland. Die Arbeitskosten je Vollzeitkraft stiegen im Schnitt um 2,9 Prozent auf 61.200 Euro.

Die Jahresverdienste der Arbeitnehmer legten ebenfalls um 2,9 Prozent zu – was ihnen auch nach Abzug des Preisanstiegs ein Lohnplus von knapp 1 Prozent bescherte.

Bei den Zusatzkosten wurden die Betriebe einerseits entlastet, weil der Krankenstand etwas niedriger ausfiel als 2011 und der Beitragssatz zur Rentenversicherung um 0,3 Prozentpunkte sank. Andererseits mussten die Unternehmen aufgrund höherer Beiträge an den Pensionssicherungsverein mehr für die betriebliche Altersversorgung zahlen.

  1. Ostdeutschland. Mit 3,5 Prozent erhöhten sich die Arbeitskosten je Mitarbeiter zwar stärker als im Westen, am Kostenvorteil der Ost-Industrie änderte dies jedoch wenig. 
Dieser ist unter anderem auf das produktivitätsbedingt niedrigere Lohnniveau zurückzuführen. Die Kostenstruktur blieb 2012 auch in Ostdeutschland nahezu konstant.

Aktuell reduziert der abgesenkte Beitragssatz in der Rentenversicherung die Arbeitskosten der Industrieunternehmen um etwa 0,2 Prozent. Für die Kostenentwicklung werden damit auch 2013 vor allem die Lohnabschlüsse verantwortlich sein.

Christoph SchröderDie Struktur der Arbeitskosten in der deutschen WirtschaftIW-Trends 2/2013

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