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Streikfreudige Rheinland-Pfälzer

Ein regionaler Vergleich für die vergangenen 20 Jahre zeigt, dass mehr als die Hälfte aller streikbedingten Ausfalltage auf nur drei Länder entfällt – Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die meisten Ausfalltage je 1.000 Arbeitnehmer gab es mit durchschnittlich 5,6 Tagen pro Jahr allerdings in Rheinland-Pfalz und im Saarland, wofür Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst verantwortlich zeichneten.

Kernaussagen in Kürze:
  • Von den annähernd 2,5 Millionen Tagen, die in den Jahren 1995 bis 2014 bundesweit durch Streiks und Aussperrungen ausgefallen sind, entfielen allein 1,3 Millionen Tage auf Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen.
  • Die meisten Ausfalltage je 1.000 Arbeitnehmer gab es mit durchschnittlich 5,6 Tagen pro Jahr allerdings in Rheinland-Pfalz und im Saarland, wofür Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst verantwortlich zeichneten.
  • Die meisten Ausfalltage je 1.000 Arbeitnehmer gab es mit durchschnittlich 5,6 Tagen pro Jahr allerdings in Rheinland-Pfalz und im Saarland, wofür Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst verantwortlich zeichneten.
Zur detaillierten Fassung

Von den annähernd 2,5 Millionen Tagen, die in den Jahren 1995 bis 2014 bundesweit durch Streiks und Aussperrungen ausgefallen sind, entfielen allein 1,3 Millionen Tage auf Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen. Das verwundert aber niemanden – sind doch in diesen Ländern viele Metall- und Elektro-­Betriebe beheimatet, die von der IG Metall wegen ihrer Pilotfunktion immer mal wieder mit Streiks überzogen werden.

Anders sieht die Streikkarte aus, wenn man die Größe der einzelnen Regionen berücksichtigt und die Ausfalltage auf je 1.000 Arbeitnehmer normiert (Grafik und Kasten). In der Gesamtbilanz steht dann die Region Rheinland-Pfalz/Saarland mit 5,6 Ausfalltagen je 1.000 Mitarbeiter und Jahr ganz vorn. Das war aber nicht immer so, wie eine Unterteilung der Statistik in zwei Zehnjahresperioden zeigt:

  • 1995 bis 2004. In diesem Zeitraum war Sachsen mit jahresdurchschnittlich 8,0 Ausfalltagen je 1.000 Arbeitnehmer Spitzenreiter der regionalen Streikstatistik – seit 2005 ist es aber mit nur noch 1,6 Ausfalltagen die friedlichste Region Deutschlands. Grund für den Ausreißer nach oben war der Streik für die Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektro-­Industrie im Jahr 2003, der zu rund 130.000 Ausfalltagen führte. Am Ende konnte die IG Metall sich allerdings nicht durchsetzen.
  • 2005 bis 2014. In Rheinland-Pfalz und im Saarland fielen im Zeitraum von 1995 bis 2004 im Durchschnitt nur 1,5 Arbeitstage je 1.000 Beschäftigte und Jahr aus, seit 2005 sind es 9,7 Tage. Der Hauptgrund für den Anstieg lag darin, dass die Region 2006 überdurchschnittlich stark durch die Streikwellen im öffentlichen Dienst und im Gesundheits­wesen getroffen wurde. Dadurch fielen fast 120.000 Arbeitstage aus. Damals versuchte ver.di, die von den Ländern gewünschte Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden zu verhindern. Die Gewerkschaft erreichte einen Teilerfolg. Fortan wurde im öffentlichen Dienst 39 Stunden gearbeitet.

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