Metall- und Elektro-Industrie Lesezeit 3 Min. Lesezeit 1 Min.

Stolz auf die Arbeit

Die Arbeitsbedingungen in dieser Schlüsselbranche der deutschen Industrie werden von der überwiegenden Mehrheit der Mitarbeiter als gut oder sehr gut beurteilt – trotz zunehmender Anforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von mehr als 1.000 Mitarbeitern der Branche durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Arbeitsbedingungen in der Metall- und Elektro- Industrie werden von der überwiegenden Mehrheit der Mitarbeiter als gut oder sehr gut beurteilt – trotz zunehmender Anforderungen.
  • Immerhin 85 Prozent der Firmen finden, dass sich auch Investitionen in die „Generation 50 plus“ lohnen.
  • Inzwischen halten es 72 Prozent der Mitarbeiter für lohnend, Zeit in ihre Fortbildung zu investieren, zehn Jahre zuvor waren es erst 59 Prozent.
Zur detaillierten Fassung

Die deutschen Metall- und Elektro-Betriebe (M+E-Betriebe) sehen sich für den internationalen Wettbewerb gut gerüstet. Zwar bezeichnen 91 Prozent der ebenfalls befragten 300 Unternehmen den Preiswettbewerb als sehr hart oder hart. Doch glauben zugleich 60 Prozent der Betriebe, dass sie sich diesem Konkurrenzkampf entziehen können – durch Produktivitätssteigerungen, besseren Service, Prozessoptimierung und Innovationen.

Dazu braucht es freilich nicht nur Investitionen in Maschinen und Anlagen, sondern auch in die Köpfe der Mitarbeiter. Dementsprechend sehen praktisch alle Betriebe in der kontinuierlichen Weiterbildung ihrer Beschäftigten einen Wettbewerbsvorteil. Weiterbildung ist dabei längst nicht mehr nur eine Sache für jüngere Mitarbeiter:

Immerhin 85 Prozent der Firmen finden, dass sich auch Investitionen in die „Generation 50 plus“ lohnen.

Denn 82 Prozent der Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter so lange wie möglich im Betrieb halten. Nicht zuletzt deshalb bietet mehr als die Hälfte der M+E-Unternehmen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an.

Die Beschäftigten ziehen in puncto Weiterbildung mit ihren Arbeitgebern an einem Strang – auch weil sie erkannt haben, dass die Zeiten des Vorruhestands endgültig passé sind. Gemessen an der Gesamtwirtschaft ist die Weiterbildungsbereitschaft der M+E-Beschäftigten offenbar sogar besonders hoch:

Inzwischen halten es 72 Prozent der Mitarbeiter für lohnend, Zeit in ihre Fortbildung zu investieren, zehn Jahre zuvor waren es erst 59 Prozent.

Einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Berufsleben wünschten sich damals 56 Prozent der Mitarbeiter, heute nur noch 44 Prozent. Rund ein Viertel will bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten und 32 Prozent würden unter bestimmten Bedingungen sogar länger bleiben.

Dass sich die Mitarbeiter in ihren Unternehmen wohlfühlen, signalisieren auch andere Ergebnisse der Umfrage (Grafiken):

  • Neun von zehn Mitarbeitern der Metall- und Elektro-Industrie sind auf ihre Arbeit stolz; ganz wenige identifizieren sich nicht mit dem Job.
  • Mehr als drei Viertel aller Mitarbeiter sind mit ihren allgemeinen Arbeitsbedingungen – also Arbeitszeit, Arbeitsplatz, Arbeitsbelastung, Betriebsklima etc. – zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Ausgesprochen unzufrieden sind nur 3 Prozent.
  • Zwei Drittel aller Mitarbeiter beurteilen ihre Tätigkeit als interessant oder sehr interessant. Nur 2 Prozent können ihrem Job gar nichts Spannendes abgewinnen.

Die hohe Zufriedenheit ist umso bemerkenswerter, als nach Meinung der meisten Mitarbeiter die Anforderungen und der Leistungsdruck deutlich gestiegen sind – und vermutlich weiter steigen werden, das jedenfalls meinen mindestens sechs von zehn Befragten.

Jeder zweite Mitarbeiter sagt außerdem, dass der Stress in den vergangenen zehn Jahren zugenommen hat. Auf der Liste der Stressfaktoren rangieren Termindruck (74 Prozent) und Überlastung durch zu viele gleichzeitig zu erledigende Arbeiten (55 Prozent) ganz oben.

Die Sache mit dem Arbeitsdruck ist mittlerweile allerdings weniger dramatisch als früher: So haben derzeit 29 Prozent der Mitarbeiter häufig Stress – vor zehn Jahren waren es noch 34 Prozent. Ein weiterer positiver Befund: Nur 7 Prozent der Belegschaft müssen ständig und weitere 24 Prozent gelegentlich in der Freizeit für Kunden oder Kollegen erreichbar sein. Und von dieser kleinen Gruppe wiederum fühlen sich lediglich 17 Prozent dadurch ziemlich und 4 Prozent sehr beeinträchtigt – vier von Fünfen macht dies also kaum etwas aus.

Mit einem anderen Vorurteil räumen die Befragten indes richtig auf: Dass der Konkurrenzdruck durch Zeitarbeiter und Werkvertragsbeschäftigte zugenommen habe, bekräftigen gerade einmal 11 Prozent der Mitarbeiter.

Die Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie wissen von daher zu schätzen, was sie an ihrem Arbeitgeber haben. Zwar hat sich mehr als die Hälfte der M+E-Mitarbeiter in den vergangenen Jahren einmal oder auch mehrmals große Sorgen über die weitere Entwicklung des Unternehmens gemacht. Auf einer Skala von 0 (Zukunft ist gar nicht sicher) bis 10 (Zukunft ist völlig sicher) stuften die Mitarbeiter die Zukunftssicherheit dennoch für das kommende Jahr beim Wert 7,7 und für die nächsten drei bis fünf Jahre beim Wert 6,8 ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de