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Stellen suchen Bewerber

Weil die Unternehmen immer größere Probleme haben, Auszubildende zu finden, steigt die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen seit Jahren. Gleichzeitig gibt es allerdings auch wieder mehr unversorgte Bewerber.

Kernaussagen in Kürze:
  • Weil die Unternehmen immer größere Probleme haben, Auszubildende zu finden, steigt die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen seit Jahren.
  • Zu Beginn des letzten Ausbildungsjahres gab es 33.300 unbesetzte Ausbildungsstellen und 15.700 unversorgte Bewerber.
  • Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich schon zum dritten Mal in Folge vergrößert.
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Ob Mechatroniker, Altenpfleger oder Elektriker – beruflich Qualifizierte fehlen in vielen Branchen. Ein Grund dafür ist, dass sich zu wenig junge Leute für eine Berufsausbildung entscheiden (Grafik):

Zu Beginn des letzten Ausbildungsjahres, im September 2012, gab es 33.300 unbesetzte Ausbildungsstellen und 15.700 unversorgte Bewerber.

Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen und unversorgten Bewerber.

Damit hat sich die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt schon zum dritten Mal in Folge vergrößert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Ausbildungsplätze, die bis zum 30. September nicht besetzt werden konnten, um 12 Prozent.

Umso erstaunlicher ist es, dass auch die Zahl der unversorgten Bewerber zugelegt hat, von 2011 bis 2012 um 4.100. Dies erscheint paradox, lässt sich aber erklären:

  1. Regionaler Mismatch. Eine freie Ausbildungsstelle in Bayern nutzt einem Bewerber aus Hamburg gar nichts – es sei denn, er oder sie ist bereit, umzuziehen.
  2. Demografische Entwicklung. Mit der Zahl der Schulabgänger sinkt logischerweise auch die Zahl der potenziellen Azubis. Dies macht sich vor allem in Ostdeutschland bemerkbar – dort ist der Mangel an Bewerbern am stärksten.
  3. Berufswunsch. Manche Schulabgänger haben auch deshalb noch keine Ausbildung begonnen, weil es in ihrem gewünschten Beruf keine offenen Stellen gab. Laut der Schulabgängerbefragung 2012 des Bundesinstituts für Berufsbildung haben nur 4 Prozent der Schulabgänger, die nicht in ihrem Wunschberuf unterkommen konnten, eine andere Ausbildung angefangen.

Obwohl die Zahl der unversorgten Bewerber gestiegen ist, handelt es sich dabei keineswegs um einen allgemeinen Trend. So ist die Zahl der sogenannten Altbewerber 2012 um fast 3 Prozent gesunken. Das sind jene jungen Leute, die die Schule schon vor mindestens einem Jahr verlassen haben und damals keine Ausbildungsstelle fanden.

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