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Standortfaktor Schiller

Um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, müssen Unternehmen nicht nur gute Konditionen wie ein ordentliches Gehalt bieten. Hilfreich ist es auch, wenn der Firmenstandort mit einem attraktiven kulturellen Angebot aufwartet. Eine Umfrage zeigt, welche Städte hier punkten können.

Kernaussagen in Kürze:
  • Um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, müssen Unternehmen nicht nur gute Konditionen wie ein ordentliches Gehalt bieten.
  • Hilfreich ist es auch, wenn der Firmenstandort mit einem attraktiven kulturellen Angebot aufwartet.
  • Mit dem kulturellen Angebot im thüringischen Weimar zeigten sich 100 Prozent der dort befragten Unternehmen zufrieden.
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Ob ihnen das Kulturprogramm an ihrem Unternehmensstandort zusagt, wollte die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult von 5.500 hohen Führungskräften aus den 110 kreisfreien deutschen Städten wissen. In einer ostdeutschen Stadt waren sich alle einig (Grafik).

Mit dem kulturellen Angebot im thüringischen Weimar zeigten sich 100 Prozent der dort befragten Unternehmen zufrieden.

Mit jeweils 98 Prozent Zustimmung teilen sich München, Hamburg, Dresden und Erfurt Platz zwei.

Auffällig ist, dass die zehn am besten bewerteten Städte sehr unterschiedlich sind – das Spektrum reicht vom beschaulichen Baden-Baden (Platz zehn) bis zur Weltstadt Hamburg. Offenbar bestimmen ganz verschiedene Aspekte die kulturelle Attraktivität. Drei Beispiele:

  1. Große Geschichte. Weimar wird vor allem von den Persönlichkeiten geprägt, die hier gelebt und gearbeitet haben. Kulturfreunde begeistern sich zum Beispiel für das Goethe- und Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater, an dem Liszt, Wagner und Richard Strauss wirkten. Außerdem können sie die Herzogin Anna Amalia Bibliothek oder die vom Bauhaus geprägte Kunstgewerbeschule bestaunen.
  2. Breite Palette. Es liegt nahe, dass die kulturelle Vielfalt in den Metropolen am größten ist. München beispielsweise bietet seinen Bewohnern und Gästen unter anderem mehr als 50 Bühnen, darunter auch viele private Theater – mit Aufführungen von klassischer Oper bis hin zu avantgardistischen Stücken.
  3. Kreative Konzepte. Das sechstplatzierte Oldenburg stemmt mit lediglich 160.000 Einwohnern ein erstaunliches Angebot. Zum Staatstheater, zu den vielen Museen und historischen Bauwerken kommen Veranstaltungen wie das Musikfestival „Oldenburger Promenade“ oder der Oldenburger Kultursommer hinzu. Alle zwei Jahre bietet die Reihe „Begegnungen“ zudem Einblicke in die Kultur anderer Länder – 2014 steht die Türkei im Fokus.

Dass die Stadt all dies auf die Beine stellen kann, verdankt sie unter anderem ihrer wirtschaftlichen Dynamik (vgl. iwd 50/2013) und dem Einfluss der Universität.

Weitere Informationen unter: iwconsult.de/regional

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