Städtevergleich Lesezeit 3 Min. Lesezeit 1 Min.

Städteranking 2017: München liegt vorn

Die Treppchenplätze des 14. Städterankings der IW Consult gehen an die üblichen Verdächtigen. Auf den Rängen dahinter finden sich aber einige Hidden Champions.

Kernaussagen in Kürze:
  • Sieger der drei Kategorien des Städterankings 2017 von IW Consult, ImmobilienScout24 und dem Magazin WirtschaftsWoche sind München, Ingolstadt und Darmstadt.
  • München schneidet im Niveauranking am besten ab, Ingolstadt hat in den vergangenen fünf Jahren die dynamischste Entwicklung hingelegt und Darmstadt ist am besten für die Zukunft gerüstet.
  • Weniger erfreulich ist das erneut sehr schlechte Abschneiden der Ruhrgebietsstädte.
Zur detaillierten Fassung

München, Ingolstadt, Darmstadt – das Städteranking 2017 der IW Consult hat in seinen drei Kategorien zwei alte und einen neuen Spitzenreiter. Die bayerische Landeshauptstadt ist seit Bestehen des Städterankings – und damit zum 14. Mal in Folge – Deutschlands wirtschaftsstärkste und lebenswerteste Stadt. Der Abo-Sieger des Niveaurankings wurde jedoch diesmal im Dynamikranking, das die Fortschritte innerhalb von fünf Jahren bewertet, vom Audi-Sitz Ingolstadt auf den zweiten Platz verdrängt. Die Nummer eins im sogenannten Zukunftsranking ist wie schon im Vorjahr die hessische Wissenschaftsstadt Darmstadt (Grafik).

Was im Städtevergleich auffällt:

Metropolen führen in Sachen Wirtschaftskraft

Von Deutschlands sieben einwohnerstärksten Städten finden sich im Niveauranking insgesamt vier unter den Top Ten: Stuttgart belegt Platz 3; Frankfurt Platz 5 und Hamburg Platz 10. Düsseldorf landet auf dem 15. Rang, Köln und Berlin sind etwas abgeschlagen 27. und 35. von insgesamt 70 untersuchten Städten.

Diese fünf Städte liegen in den drei Kategorien „Niveau“, „Dynamik“ und „Zukunft“ des Städterankings 2017 vorn

Die Wirtschaftskraft der Metropolen übertrifft die der übrigen Großstädte bei weitem: Während die sieben größten Städte 2015 auf ein Bruttoinlandsprodukt je Einwohner von gut 58.000 Euro kamen, brachten es die übrigen Städte im Schnitt nur auf gut 44.000 Euro. Ohne Berlin läge die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung der sechs anderen Metropolen sogar bei 70.800 Euro.

Berlin kann wirtschaftlich noch nicht mit den westdeutschen Metropolen mithalten, entwickelt sich aber gut.

Noch kann die einst geteilte Stadt nicht mit den westdeutschen Wirtschaftsstandorten mithalten. Im Dynamikranking jedoch belegt Berlin dank seiner Start-up-Szene und der vielen Firmenansiedlungen 2017 bereits den dritten Platz. Wenn es so weitergeht – und vor allem die Stadtverwaltung effizienter wird – stehen die Chancen gut, dass die Bundeshauptstadt näher an die anderen Metropolen heranrückt.

Gerade kleinere Städte haben gute Zukunftsperspektiven

Ein echter Hidden Champion ist die thüringische Optik- und Hochschulstadt Jena mit ihren knapp 110.000 Einwohnern, die sich inzwischen bis auf Platz 7 des Zukunftsrankings vorgearbeitet hat.

Dieses Ranking legt das Augenmerk auf Forschungsstärke, die Zukunftsfähigkeit der Industrie – dazu gehört zum Beispiel die digitale Vernetzung der Produktion – und kreative Dienstleistungen. All diese Qualitäten machen eine Stadt für Menschen wie Unternehmen gleichermaßen attraktiv und es sind keineswegs nur die Big Player, die hier punkten können.

In einer ähnlichen Einwohnerliga wie Jena spielen neben dem Sieger des Zukunftsrankings, Darmstadt, auch der Siemens-Standort Erlangen, die beiden Autostädte Ingolstadt und Wolfsburg sowie die Medizinhochburg Heidelberg. Gut schlagen sich mit Top-Ten-Platzierungen zudem Karlsruhe und Mainz.

Das Ruhrgebiet ist immer noch auf der Verliererstraße

Dass Bochum im Zukunftsranking mit Platz 39 die bestplatzierte Ruhrpott-Stadt ist, spricht Bände. Im Niveauvergleich, der die Bereiche Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Wohnsituation und Lebensqualität umfasst, finden sich auf den letzten zehn Plätzen außer Bremerhaven nur Ruhrgebietsstädte. Schlusslicht ist Gelsenkirchen.

Der Zusammenschluss der Region zur „Metropole Ruhr“ hat außer Lippenbekenntnissen bislang also wenig gebracht. Zu den Hauptproblemen zählen zerfaserte Verantwortlichkeiten, der zu wenig radikale Abschied von alten Wirtschaftsstrukturen und mangelnde regionale und überregionale Kooperationen.

Das gesamte Städteranking ist der Grafik als Exceltabelle zum Download hinterlegt.

 

Das Städteranking 2017 der IW Consult entstand in Zusammenarbeit mit ImmobilienScout24 und dem Magazin WirtschaftsWoche

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de