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Staatseinnahmen und Staatsausgaben

Nach der Wiedervereinigung haben die sechs Bundesfinanzminister, die seitdem im Amt waren beziehungsweise sind, fast immer kräftig über die Stränge geschlagen. Denn in 21 der 25 Jahre von 1991 bis 2015 schrieb der Staatshaushalt rote Zahlen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die Staatsausgaben sind fast immer höher als die Staatseinnahmen.
  • Im Jahr 1995 waren es sogar fast 21 Prozent.
  • Das meiste Geld fließt in Sozialleistungen.
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In den 1990er und 2000er Jahren lagen die Ausgaben des Staates meist zwischen 5 und 10 Prozent über seinen Einnahmen – im Jahr 1995 waren es sogar fast 21 Prozent. Dagegen betrug der Überschuss in jenen vier Jahren, in denen der Staat mehr eingenommen als ausgegeben hat – darunter 2014 und 2015 – maximal 2 Prozent.

Etwas mehr als die Hälfte der Staatseinnahmen im Jahr 2015 stammte aus Steuern. Größter Einzelposten war die Umsatzsteuer mit 209 Milliarden Euro, gefolgt von der Lohnsteuer mit 179 Milliarden Euro.

Über die Hälfte der Staatsausgaben fließt ins Soziale

Bei den Sozialabgaben schlagen vor allem die Renten- und die Krankenversicherung zu Buche. Mit jeweils 196 Milliarden Euro machten sie zusammen gut 78 Prozent der Sozialbeiträge aus. Auch auf der Sollseite dominiert das Soziale. Allein 35 Prozent der Staatsausgaben im Jahr 2015 entfielen auf monetäre Leistungen wie Hartz IV, Wohngeld und die Grundsicherung im Alter. Zusammen mit Sachleistungen wie den Ausgaben für Bildung und Gesundheit summierten sich die Sozialausgaben im vergangenen Jahr auf 721 Milliarden Euro – das waren 54 Prozent der gesamten Staatsausgaben.

Für Investitionen blieben dagegen brutto nur 66 Milliarden Euro oder 5 Prozent aller staatlichen Ausgaben übrig. Nach Abzug der Abschreibungen, also netto, war es noch weniger.

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