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Sozialjobs für Frauen attraktiv

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen um mehr als zwei Millionen gestiegen – bei einem Beschäftigungszuwachs von insgesamt drei Millionen. Profitiert haben sie vor allem von den neuen Jobs im Sozialbereich.

Kernaussagen in Kürze:
  • In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der erwerbstätigen Frauen um mehr als zwei Millionen gestiegen – bei einem Beschäftigungszuwachs von insgesamt drei Millionen.
  • Besonders stark ist die Erwerbstätigenquote der Frauen in der Altersgruppe ab 45 Jahren gestiegen.
  • Die mit Abstand meisten sozialversicherungspflichtigen neuen Stellen für Frauen sind im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden.
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Frauen haben in den vergangenen zehn Jahren auf dem Arbeitsmarkt in vielerlei Hinsicht besser abgeschnitten als Männer. Zum Ersten stieg die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen von 2002 bis 2012 doppelt so stark wie die der männlichen. Zum Zweiten liegt die Arbeitslosenquote von Arbeitnehmerinnen – derzeit 6,4 Prozent – nun schon seit dem Jahr 2009 unter der von Arbeitnehmern (6,6 Prozent). Und zum Dritten werden Frauen seltener gekündigt als Männer.

Allerdings gibt es auch zwei Problemzonen. Wenn Frauen dann doch einmal arbeitslos werden, finden sie nicht so schnell wieder einen Job wie Männer. Im vergangenen Jahr bekamen 45 Prozent aller arbeitslos gewordenen Männer noch innerhalb der Jahresfrist einen neuen Job, bei den Frauen betrug der Anteil lediglich 40 Prozent. Daraus folgt:

Arbeitslose Frauen waren 2013 durchschnittlich 69 Wochen ohne Job, Männer aber nur 62 Wochen.

In der Summe finden sich heute mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt als früher. So standen 2012 immerhin 72 Prozent aller 15- bis 64-Jährigen im Berufsleben oder suchten Arbeit, zehn Jahre zuvor waren es nur 63 Prozent.

Besonders stark ist die Erwerbstätigenquote der Frauen in der Alters­gruppe ab 45 Jahren gestiegen, nämlich innerhalb eines Jahrzehnts von 51 auf 68 Prozent. Offenbar hat inzwischen die Hausfrauenehe eine geringere Bedeutung als früher.

Dass auch immer mehr 60- bis 64-Jährige zur Arbeit gehen – ihre Erwerbstätigenquote ist von 15 auf 39 Prozent gestiegen –, hängt mit diversen Renten- und Arbeitsmarktreformen zusammen. Diese machen es finanziell unattraktiv, vor der regulären Altersgrenze aus dem Berufsleben auszusteigen.

Außerdem wachsen die geburtenstarken Jahrgänge langsam in die Gruppe der älteren Arbeitnehmer hinein. Im Ergebnis wurde der Beschäftigungsanstieg bei den Frauen daher weitgehend von den Älteren getragen (Grafik).

Der Rückgang bei den 30- bis 40-jährigen Erwerbstätigen ist allein darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung in dieser Altersgruppe stark geschrumpft ist.

Der Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit in den vergangenen zehn Jahren war mit einer Änderung der Qualifikationsstruktur verbunden: Während knapp 800.000 Arbeitsplätze für Frauen ohne Berufsausbildung wegfielen, sind genauso viele Jobs für Akademikerinnen hinzugekommen. Die meisten der neu in den Beruf eingestiegenen Frauen haben aber indes eine Lehre absolviert.

Die mit Abstand meisten sozialversicherungspflichtigen neuen Stellen für Frauen sind im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden. Hier erhöhte sich die Zahl der Sozial­arbeiterinnen, Kindergärtnerinnen, Sozialpädagoginnen etc. zwischen 2003 und 2013 um mehr als 600.000 – das sind rund 40 Prozent des gesamten Zuwachses in diesem Zeitraum. Als Beschäftigungsmotor erwiesen sich zudem der Einzelhandel (162.000 Stellen), die Zeitarbeit (139.000) und der Sektor Erziehung und Unterricht (126.000).

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