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Solide Optimisten

Die heutigen 12- bis 25-Jährigen haben nicht nur weniger Sorgen als ihre Altersgenossen früherer Generationen, sondern auch ganz andere.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die größte Angst haben Jugendliche in Deutschland vor Terroranschlägen.
  • Zukunftsängste bezüglich eines sicheren Jobs haben abgenommen.
  • Die Grundstimmung hängt auch mit der sozialen Herkunft zusammen.
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Trotz des schwierigen weltweiten Umfelds herrscht unter den jungen Leuten in Deutschland überwiegend Optimismus vor: 61 Prozent der Jugendlichen gehen derzeit davon aus, dass sie ihre eigene Zukunft meistern werden, nur 3 Prozent sind pessimis­tisch. Zu diesem Ergebnis kommt die 17. Shell Jugendstudie, für die Anfang dieses Jahres knapp 2.600 Jugendliche in Deutschland befragt wurden. In der Shell Jugendstudie von 2006 waren nur 50 Prozent der Jugendlichen optimistisch gestimmt.

Anders als früher schauen die jungen Leute heute auch stärker auf die Politik: Vier von zehn bezeichnen sich als „politisch interessiert“ – 2002 traf dies nur auf drei von zehn Jugendlichen zu. Auch die Zufriedenheit mit der Demokratie hierzulande ist von damals 60 Prozent auf aktuell 71 Prozent gestiegen.

Neben den Zukunftsaussichten und Einstellungen fragt die Studie auch regelmäßig nach den Ängsten der Jugendlichen. Bereits in der vorherigen Studie hatten die Forscher eine überwiegend positive Grundstimmung ausgemacht, die nun noch mal gestiegen ist (Grafik):

Deutlich geringer geworden sind zuletzt die Ängste vor einer schlechten Wirtschaftslage und vor Arbeitslosigkeit – diese Sorgen standen 2010 noch an der Spitze der Nennungen.

Aktuell sorgen sich die Jugendlichen am meisten vor Terroranschlägen, was vor allem auf das Charlie-Hebdo-Attentat im Januar zurückzuführen ist, vor einem Krieg in Europa – bedingt durch den Konflikt in der Ostukraine – und vor sozialer Ungerechtigkeit.

Während junge Männer sich eher Sorgen um praktische Belange wie die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt machen, drehen sich die Sorgen junger Frauen eher um persönliche Schicksale (wie schwere Krankheiten) und die Gesellschaft, die von Umweltverschmutzung, steigender Armut und Klimawandel bedroht wird. Junge Frauen gehören auch öfter zu den Hochbesorgten, die sich in allen Themenbereichen große Sorgen machen, wohingegen junge Männer oft gar keine ernstzunehmenden Sorgen haben.

Die Grundstimmung wird aber nicht nur durch das Geschlecht beeinflusst, sondern auch durch die soziale Herkunft. So stellen Jugendliche der untersten Schicht anteilig die meisten Hochbesorgten und die wenigsten Optimisten: Nur 33 Prozent von ihnen glauben, dass ihnen eine erfolgreiche Zukunft beschert sein wird – von den Jugendlichen der oberen Schicht vertrauen darauf mehr als doppelt so viele.

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